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Ägyptologie

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Bachelor of Arts (B.A.)

Foto: H. Heyken
Foto Dr. Elke Freier | Ägyptologie B.A.

Dr. Elke Freier

1. Können Sie sich noch an Ihre ersten Studientage erinnern – wie war Ihr erster Eindruck von der Universität Leipzig?

Meine Erinnerung betrifft die Eignungsprüfung bei Professor Morenz, damals schaute ich mich im Vorraum seines Studierzimmers, in dem Teile der Sammlung in Schränken aufbewahrt wurden, um und erschrak über die römerzeitlichen Mumienmasken, die für mich nicht mit meiner Vorstellung von Ägypten zu vereinen waren. Das änderte sich aber bald, als ich den ersten Unterricht bei Renate Becher (später Renate Krauspe) in Koptisch und Karl Heinz Priese aus Berlin in Mittelägyptisch hatte. Ich kam mir vor, wie die Maus, die in die Milch fällt und rudern muss, ehe sie auf einem kleinen Butterberg Fuß fassen kann.

2. Wenn Sie zurückblicken, wie würden Sie Ihr Studium kurz beschreiben?

Sehr konzentriert, denn Professor Morenz, der zu dieser Zeit auch den Lehrstuhl in Basel innehatte, war nur etwa zwei Monate im Jahr in Leipzig. Bei ihm hörten wir die großen Vorlesungen, die uns über Ägypten in seiner Umwelt einführen sollten, und Denkmälerkunde. Sehr wichtig war in höheren Semestern unsere Mitarbeit an der jährlichen Konferenz „Neue Forschungen zur ägyptischen Kultur und Geschichte“, in denen wir neue Literatur zu referieren hatten.

3. Haben Sie jemals an Ihrer Studienwahl gezweifelt? Wenn ja, wie sind Sie damit umgegangen?

Nein, nur gestöhnt habe ich über die Menge der Sprachen, die zu erlernen waren.

4. Welche Motivationen haben Ihre Studien- bzw. Berufswahl bestimmt?

Lektüre von Büchern über Ägypten und der Wunsch nachzuforschen, ob das alles stimmt.

5. Was waren wichtige Stationen auf Ihrem beruflichen Weg?

Nach Abschluss des Studiums eine sogenannte Aspirantur, d. h. drei Jahre lang ein Stipendium, das mich in die Lage versetzte, meine Dissertation zu schreiben. Danach wurde ich bis zur Rente Mitarbeiterin am Ägyptischen Wörterbuch an der Akademie in Berlin.

6. Wie sehr hat Ihr Studium Ihre jetzige berufliche Tätigkeit geprägt? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Ihrem Studium und Ihrer Tätigkeit? Können Sie noch Dinge aus Ihrem Studium nutzen?

Ich habe zwar lange Jahre keine philologische Arbeit im engeren Sinne gemacht, sondern vor allem redaktionell gearbeitet (Lexikon früher Kulturen, Kulturgeschichte Ägyptens, letztere ist nie erschienen), fertigte aber auch Übersetzungen an und schrieb über ägyptische Religion. Seit etwa 1980 interessierte mich auch Wissenschaftsgeschichte. Nach der Wende bearbeitete ich religiöse Texte für das elektronische Wörterbuch.

7. Wie sieht ein typischer Arbeitstag in Ihrer jetzigen Position aus?

Ich bin seit 15 Jahren aus dem aktiven Dienst entlassen, arbeite aber immer noch auf wissenschaftsgeschichtlichem Gebiet.

8. Was sind die wichtigsten drei Kompetenzen in Ihrem Arbeitsalltag?

Systematik, Geduld und das Studium kulturwissenschaftlicher Neuerscheinungen.

9. Wie gelingt Ihrer Meinung nach ein guter Berufseinstieg in Ihrer Branche (Einstiegswege, Bewerbungstipps, etc.)?

Intensive Information über die Anforderungen des Studienfaches und Erforschen der Möglichkeiten, die sich aus der Wahl des Nebenfaches* ergeben.
[*Anmerkung der Redaktion: heutiger Wahlbereich/ Wahlfach]

10. Was würden Sie den heutigen Studienanfänger/innen mit auf den Weg geben?

Sich klar machen, dass die Studienzeit eine harte Zeit ist, will man zum Erfolg kommen. Wenn man sich aber mit seinem Studium identifiziert, kann es die schönste Zeit im Leben bedeuten, denn niemals kann man später in so großer geistiger Unabhängigkeit arbeiten.

Persönliche Angaben

  • Vorname, Name: Dr. Elke Freier
  • Geburtsjahrgang: 1938
  • Studiengang: Ägyptologie, Ethnographie
  • Jahr der Immatrikulation: 1961
  • Jahr der Exmatrikulation: 1966
  • Heutiger Arbeitgeber/Position: aktiver Ruhestand

Dr. Elke Freier realisierte mit dem Ägyptologischen Institut der Universität Leipzig u. a. die erfolgreiche Ausstellung „Von Naumburg bis zum Blauen Nil: Die Lepsius-Expedition nach Ägypten und Nubien“ mit vielfältigem Begleitprogramm (2011-2012) in Naumburg.


(Interview Stand Juni 2013)

 // Hinweis: Die Studienabschlüsse unserer Absolventinnen und Absolventen können von den heutigen abweichen. Mehr Informationen zu den aktuellen Möglichkeiten findest du hier.