Bewegung im Studium: Laufen wir genug - oder läuft da was schief?

Egal ob im Hörsaal, im Seminarraum, in der Lerngruppe, in der Bibo, in der Mensa oder sogar Zuhause am eigenen Arbeitsplatz – eine Aktivität übt man als Student beinah überall aus: Sitzen.

Ich habe mich gefragt: Läuft man als Student eigentlich ausreichend? Und wie viel wäre denn überhaupt „ausreichend“? Ein Selbstversuch ...

Bewegung im Studium Foto: Peter Piescioch

Der Schrittzähler

Um diese Frage realistisch zu beantworten, habe ich mir vorgenommen, einige Tage einen Schrittzähler zu tragen. Ohne zu wissen, wie viel man laufen sollte, werde ich einen normalen Tag an der Uni durchleben. Später werde ich versuchen, die optimale Schrittzahl in meinen Alltag einzubauen. Über die Differenz und auch mögliche Herausforderungen bin ich zugegebenermaßen sehr gespannt.

Wie viel Bewegung sollte es sein?

In den meisten Ratgebern ist 10.000 die magische Zahl, wobei 6.000 als Mindestmaß für eine gesunde Lebensweise angegeben wird. 10.000 Schritte?! Ich muss zugeben, dass mir diese Größenordnung schon etwas viel erscheint. Sofort kommt meine Neigung zur Mathematik durch … das heißt, ich müsste schätzungsweise 250-mal von meiner Couch zum Kühlschrank laufen? So voll kann ein einzelner Kühlschrank gar nicht sein.

Der Realitätscheck

Zugegeben: Einige Tage einen Schrittzähler zu verwenden, sagt wenig darüber aus, wie viel sich Studenten im Alltag wirklich bewegen bzw. wie viel sie laufen – einen interessanten Einblick gewährt der Versuch aber in jedem Fall.  

Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass ich als Student weder überaus viel, noch bedeutend wenig laufe. Dementsprechend durchschnittlich habe ich auch meinen Tagesablauf an der Uni gestaltet.

Bereits am ersten „Referenz-Tag“ ist die Erleichterung groß. Der Zähler kommt schnell auf 8.000 Schritte und das an einem sehr ruhigen Tag, der zudem noch nicht einmal beendet ist. Für alle, die sich also Sorgen machen, sie würden zu wenig laufen – oder auch für jene, die so etwas über Studenten sagen – kann ich Entwarnung geben. Allein das Wechseln der Fakultäten benötigt tatsächlich schon über 1.000 Schritte. Der Gang zu einer Haltestelle immerhin einige hundert. Wir bewegen uns als Studenten also mehr als man denkt. Selbst dann, wenn man oft die Straßenbahn nutzt.

An einem normalen Tag in der Uni sind also 11.000 Schritte sehr realistisch. Ausgenommen natürlich man sitzt immer wie angewurzelt im gleichen Raum und fährt jede Strecke, die länger ist, als das eigene Auto.

Mein Fazit

Entgegen meiner Erwartungen muss ich also nicht meinen halben Tagesablauf umstellen, um zu einem gesunden Maß an Bewegung zu kommen. Obwohl es generell natürlich niemanden schadet, einmal mehr die Treppe als den Aufzug zu nehmen.

Zum Schluss kann ich jetzt noch eine interessante Information preisgeben, um eure Rubrik des „Unnützen Wissens“ sinnvoll zu erweitern: Läuft man beim Telefonieren und führt ein etwas längeres Gespräch, hat man nach knapp 30 Minuten schon über 1.000 Schritte geschafft – meiner Meinung nach eindeutig die moderne Art des Spazierens, mit deutlichem Potential eine Sportart zu werden.

Peter studiert im zweiten Semester Mathematik und Informatik für das Lehramt am Gymnasium an der Uni Leipzig. Im CampusSpezialisten-Blog berichtet er über das Uni- und Studentenleben in Leipzig.

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