Was studieren? - Der Weg zum Wunschstudium

Auf zahlreichen Seiten findet man Tipps, Tricks und Infos, wie man sich am besten für oder gegen ein Studium entscheidet. Auch wenn ich diese Seiten zur Orientierung sehr nützlich finde und nur empfehlen kann, möchte ich euch hiermit mal aus einer anderen Perspektive ein paar Tipps zur Studienfindung geben.
Schließlich sollte man ja meinen, dass sich ein „amtierender Student“ mit diesem Weg bestens auskennen müsste ...

© Peter Kießling, 2015
© Peter Kießling, 2015

Eine gute Idee ist nicht immer eine gute Idee

In meiner Schulzeit kamen mir verschiedenste Gedanken, welche Berufe ich später mal ausüben möchte. Primär wurde jede dieser Ideen von mir erst einmal als gut befunden.
Nachdem ich von der anfänglichen Euphorie etwas Abstand gewonnen hatte, begann ich allerdings oft etwas distanzierter über die Idee nachzudenken. Vor allem sollte man sich fragen, womit man in diesem Beruf hauptsächlich zu tun haben wird und ob man so etwas wirklich für den Rest seines Lebens machen will.

Learning by Doing

Nachdenken ist ja prinzipiell selten schlecht – aber man wird nur schwer herausfinden, wie ein Kuchen schmeckt, wenn man über die Zutaten nachdenkt.
So wurde mir nach zahlreichen Vorträgen, Referaten und auch Nachhilfestunden bewusst, dass mir die Rolle als erklärende und unterstützende Person eher Freude bereitet, als dass sie mir wie ein Beruf vorkommt.
Zudem waren mir verschiedenste Nebenjobs und ehrenamtliche Tätigkeiten oft eine große Hilfe. Hier kann man in etwas näheren Kontakt mit dem Aufgabenfeld seiner Berufsidee kommen. Auch bei mir hat eine ehrenamtliche Tätigkeit als Moderator einen guten und relevanten Eindruck des Lehrerberufs vermitteln können, wie es keiner Broschüre möglich gewesen wäre.

Was will ich? Was kann ich? Was darf ich?

Neben den Fragen des Könnens oder Wollens spielt der Abschluss natürlich auch eine nicht unwesentliche Rolle. So kann man nicht mit jedem Schulabschluss in jedem Beruf arbeiten. Jedoch gibt es heutzutage zahlreiche Möglichkeiten, den notwendigen Abschluss für den Traumberuf nachzuholen.
Und selbst für die ganz hart unentschlossenen Menschen bietet ein freiwilliges Jahr in den verschiedensten Bereichen nochmal eine Möglichkeit, sich in Ruhe zu orientieren, um anschließend hoffentlich schlauer zu sein.

Nicht ins Wasser ohne Temperaturcheck

Zusammenfassend kann ich an dieser Stelle nur noch einmal betonen, dass es wichtig ist, praktische Erfahrungen zu sammeln. Es ist niemals schlecht, sich an zahlreichen Stellen zu informieren. Aber erst ein praktischer Eindruck kann einem vermitteln, ob man für dieses Tätigkeitsfeld tatsächlich geeignet ist. Auf das Lehramt bezogen ist die Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen ein Bereich, in dem man sich meiner Meinung nach schon einmal selbst ausprobiert haben sollte, um herauszufinden, ob einem diese Arbeit auch wirklich liegt und Spaß macht.
Um das Ganze mit den Worten von Volker Pispers auf den Punkt zu bringen: „Sie bilden ja auch niemanden fünf Jahre lang als Bäcker aus, um später festzustellen, dass er eine Mehlallergie hat – und dem Mehl ist das egal!“

Peter

// Peter studiert Mathematik und Informatik für das Lehramt am Gymnasium an der Uni Leipzig. Im CampusSpezialisten-Blog berichtet er über das Uni- und Studentenleben in Leipzig.

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