Wer ist der „Babo“ unter den Uniwörtern?

Als das Jugendwort des Jahres 2013 „Babo“ bekannt gegeben wurde, hörte offensichtlich meine Jugend auf - denn diesen Begriff hatte ich noch nie gehört. Dabei ging es mir wie vielen Studierenden an der Universität Leipzig. Glaubt man Wikipedia, bedeutet „Babo“ so viel wie Chef, Boss oder Anführer und kommt vom bosnischen und zazaischen Wort für Vater.

Ich ging auf Ursachenforschung ...

Vielleicht gehören wir Studierenden einfach nicht mehr zu dieser ominösen Jugend? – Nein, das kann nicht sein! Vielleicht gehöre ich einfach nicht mehr dazu? Nein, das kann noch viel weniger sein! Oder vielleicht liegt es eher daran, dass wir einfach nicht so sprechen? – Das schon eher. Auf der Facebook-Seite der Uni Leipzig konnten Studierende in der letzten Woche einige ihrer liebsten Un(i)wörter zusammentragen. Grund genug, sich einmal über die genannten Wörter Gedanken zu machen.

Abkürzungsdschungel

NSG, HSG, SSZ, Studi, LP, SHK, StuRa, SB, FSR, ECTS, Stuko, URZ, GWZ –  unter den geposteten Wörtern fand sich auch die ein oder andere Abkürzung. Und tatsächlich: An der Uni wimmelt es nur so von ihnen. Als Erstsemester kann es da schon manchmal schwierig werden, sich seinen Weg durch den Abkürzungsdschungel zu schlagen. Ein Dauerbrenner ist dabei die Abkürzung für unsere allseits beliebte Bibliothek. Heißt es nun Bibo, Bib oder doch BB? Hier streiten sich die Geister, trennt sich die Spreu vom Weizen und zeigt sich, wer erfahrener Studierender oder frischer Ersti ist. Wer der „Babo“ in der Bib ist, bleibt aber weiterhin ungeklärt.

Gut, dass es ein Lexikon gibt, in dem man die wichtigsten Uni-Wörter und ihre Bedeutungen nachschlagen kann.

Trivial

Uni-Sprache ist manchmal verkopft, was für den einen zur vollkommenen Normalität geworden ist, ist für den anderen immer noch eine unverständliche Aneinanderreihung möglichst komplizierter Worte. So hört man in der Mensa zwischen klappernden Tellern und eifrigen Nudelessern „derzeit treibt mich die Kontrafaktizität als semantisch-konzeptuelle Basis der Satzkonnexion“ um. Andere stellen einfach nur fest „krass, heute habe ich zwei Teller Nudeln geschafft“. Beides gehört zum Uni-Leben irgendwie dazu. Doch egal welches Fach man studiert, die wahre Kunst liegt stets darin, komplizierte Zusammenhänge und Phänomene einfach und verständlich darzustellen, anstatt sich hinter komplizierten Satzkonstruktionen zu verstecken. Das ist ganz und gar nicht trivial, sondern notwendig, um Wissenschaft nicht nur zum Selbstzweck zu betreiben. 

Prüfungsrelevant

Ein Wort bei dessen Erklingen es in den meisten studentischen Ohren zu läuten beginnt. Häufig schleicht sich der Begriff in solche Sätze ein, wie „Das ist absolut prüfungsrelevant!“, „Sie wissen, dass das prüfungsrelevant ist.”, oder „Das ist nun wirklich nicht prüfungsrelevant.“. Wann auch immer er auftaucht, kann er einen gesamten Hörsaal zum Zusammenzucken bringen und erzeugt anschließend meist eifriges Notieren. 

Die Sprache an der Uni ist so vielfältig wie die Studiengänge, Fachbegriffe und Menschen. Einen echten „Babo“ gibt es unter den Uni-Wörtern also nicht und das ist auch gut so!

Nadja studiert Communication Management an der Uni Leipzig. Im CampusSpezialisten-Blog berichtet sie über das Uni- und Studentenleben in Leipzig.

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