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Chemie

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Bachelor of Science (B.Sc.)

Foto Doritt Luppa

Dr. Doritt Luppa

1. Können Sie sich noch an Ihre ersten Studientage erinnern – wie war Ihr erster Eindruck von der Universität Leipzig?

Ich kenne die Universität Leipzig und die Chemie von Kindheit an. Als Tochter einer Chemielaborantin habe ich schon frühzeitig „titriert“.  Auch im Rahmen meiner wissenschaftlich-praktischen Arbeit (heute heißt das „BELL“) während des Abiturs konnte ich bereits Erfahrungen in der Chemie sammeln. Die ersten Tage im Studium waren für mich also nicht völlig neu. Trotzdem war ich natürlich gespannt, was kommen wird.

2. Wenn Sie zurückblicken, wie würden Sie Ihr Studium kurz beschreiben?

Es war ein sehr umfassendes und herausforderndes Studium. Logisches-abstraktes Denken war ebenso gefragt wie Detailwissen und praktische Fähigkeiten. Besondere Freude hat mir das Arbeiten im Labor gemacht. Ich habe noch zur Zeit des Diploms kurz nach der Wende studiert. Im Vergleich zu heute gab es damals noch nicht so viele Möglichkeiten, ein Auslandssemester zu absolvieren. Das fand ich sehr schade. Zum Glück ist das nun im Rahmen verschiedenster Austauschprogramme und internationaler Kooperationen, die in den modularisierten Studiengängen angeboten werden, möglich.

3. Haben Sie jemals an Ihrer Studienwahl gezweifelt? Wenn ja, wie sind Sie damit umgegangen?

Natürlich gab es Zeiten während des Studiums und auch der Promotion, in denen ich gezweifelt habe, ob das der richtige Weg für mich ist. Ich hatte immer vielseitige Interessen. Zum Schluss haben Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen überwogen. Heute bin ich dafür sehr dankbar.

4. Welche Motivationen haben Ihre Studien- bzw. Berufswahl bestimmt?

Ich war schon als Kind naturwissenschaftlich sehr interessiert. Komplexe Zusammenhänge zu verstehen und zu ergründen hat mich immer fasziniert, aber auch experimentell zu arbeiten und nach Lösungswegen für Problemstellungen zu suchen. Ebenso fand ich das Arbeiten im Team und den Austausch mit anderen Studierenden spannend und schön.

5. Was waren wichtige Stationen auf Ihrem beruflichen Weg?

Nach Abschluss des Studiums habe ich die Promotion angeschlossen. Das ist für Chemiker und Chemikerinnen durchaus üblich. Nach der Promotion bin ich zunächst ins Ausland in die chemische Industrie gegangen und habe im Bereich Forschung und Entwicklung gearbeitet. Das war eine sehr interessante Erfahrung für mich, da ich sowohl gelernt habe, Ergebnisse aus der Forschung in ein marktfähiges Produkt zu überführen, als auch mit wirtschaftlichem Druck zu arbeiten. Dann hatte ich das Glück, an der Fakultät für Chemie und Mineralogie eine Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin aufzunehmen. Im Rahmen dieser Position habe ich mich auf das wissenschaftliche Management von interdisziplinären Forschungsprojekten und Doktorandenprogrammen konzentriert. Diese Arbeit ist sehr vielfältig und schließt sowohl die Administration als auch die Kommunikation mit verschiedensten Instituten und Dezernaten ein.

6. Wie sehr hat Ihr Studium Ihre jetzige berufliche Tätigkeit geprägt? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Ihrem Studium und Ihrer Tätigkeit? Können Sie noch Dinge aus Ihrem Studium nutzen?

Das Chemiestudium ist ein sehr komplexes Studium, in dem nicht nur naturwissenschaftliches Fachwissen, sondern auch Kompetenzen wie Selbstdisziplin, Teamfähigkeit, Ausdauer und strukturiertes Herangehen an Problemstellungen vermittelt werden. Die Grundlagen für meine heutige Tätigkeit wurden bereits im Chemiestudium gelegt, wobei ich stets bereit war, dazu zu lernen und mich weiter zu entwickeln. Insbesondere kann ich meine fundierten Fachkenntnisse und Erfahrungen gut in interdisziplinäre Projekte integrieren. Ebenso macht mir meine Arbeit mit Nachwuchsforschern und Nachwuchsforscherinnen und den Studierenden Freude.

7. Wie sieht ein typischer Arbeitstag in Ihrer jetzigen Position aus?

Meine jetzige Tätigkeit ist eine „Bürotätigkeit“. Die meiste Zeit verbringe ich vor dem Computer, schreibe E-Mails, Sachberichte und Projektanträge. Hinzu kommen reguläre Team Meetings, die Organisation von Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Networking. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen und erfordert überlegtes Handeln.

8. Was sind die wichtigsten drei Kompetenzen in Ihrem Arbeitsalltag?

  • Struktur und Flexibilität
  • Konstruktives lösungsorientiertes Denken
  • Zuhören können

9. Wie gelingt Ihrer Meinung nach ein guter Berufseinstieg in Ihrer Branche (Einstiegswege, Bewerbungstipps, etc.)?

Wichtig ist meiner Meinung nach, die eigenen Fähigkeiten gut auszuloten. Bereits im Masterstudium hat man ja die Möglichkeit sich entsprechend seiner Vorstellungen gut aufzustellen. Der Masterstudiengang Chemie an der Fakultät für Chemie und Mineralogie bietet dazu eine Vielzahl von Wahlmodulen, die verschiedenste Bereich der Chemie abbilden. Grundsätzlich ist man als Chemiker/in in verschiedensten Gebieten gefragt, ob chemische oder pharmazeutische Industrie, öffentlicher Dienst, freie Wirtschaft oder als Berater in Unternehmen. Natürlich kann man sich als Chemiker/in auch sehr gut in interdisziplinäre Forschungsprojekte an Universitäten und Forschungseinrichtungen integrieren, als Postdoc ins Ausland gehen oder eine Hochschullehrer/in-Karriere anstreben.

10. Was würden Sie den heutigen Studienanfänger/innen mit auf den Weg geben?

Entscheidend ist zunächst die richtige Studienwahl. Hierzu gibt es viele Beratungsangebote, die helfen können.

Im ersten Semester sollte man von Anfang  an präsent sein, Eigenverantwortung übernehmen und die Vorlesungs- und Seminarangebote sowie die Möglichkeit, Fragen zu stellen, intensiv nutzen. Hilfreich sind auch Lerngruppen. Erste Misserfolge können beim Übergang von Schule zu Studium auftreten. Davon sollte man sich nicht entmutigen lassen. Wichtig sind Kontinuität und Freude am Studium sowie ausgleichende Beschäftigungen wie zum Beispiel Sport oder Musik. Da gibt es ja vielfältige Angebote an der Universität und in der Stadt Leipzig.

Persönliche Angaben

  • Name, Vorname: Luppa, Doritt
  • Geburtsjahrgang: 1971
  • Studiengang: Chemie-Diplom
  • Jahr der Immatrikulation: 1990
  • Jahr der Exmatrikulation: 1995
  • Heutiger Arbeitgeber/Position: Universität Leipzig, wissenschaftliche Mitarbeiterin

 

Interview Stand Juli 2014

// Hinweis: Die Studienabschlüsse unserer Absolventinnen und Absolventen können von den heutigen abweichen. Mehr Informationen zu den aktuellen Möglichkeiten findest du hier.