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Kommunikations- und Medienwissenschaft

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B.A.

Peter Gallert

1. Wie würden Sie Ihr Studium kurz zusammenfassen?

Ich habe ein Studium vor allem deshalb aufgenommen, weil mir mein Schreibtischjob zu langweilig wurde. Ich hatte kaum eine Vorstellung davon, was ich studieren sollte. Ich bekam ein Heft von der Studienberatung, das alle verfügbaren Studiengänge auflistet und strich die Massenstudiengänge, die NC-Fächer, und die Auswendig-Lern-Mühlen heraus. Bei den verbleibenden Einträgen blieb mein Finger auf „Logik“ stehen. Ich schrieb mich für Logik und Wissenschaftstheorie ein mit Kommunikations- und Medienwissenschaft als zweitem Hauptfach.

Das Studium hat mir viel Spaß gemacht. Ich arbeitete lange als HiWi für Professor Kutsch; in den Projekten bei ihm habe ich das Fach, vor allem aber den Wissenschaftsbetrieb, erst richtig verstanden. Mein erstes Hauptfach, Logik, blieb mir ein Rätsel bis ich die Magisterarbeit schrieb. Zu dieser Zeit, als ich viele der bereits behandelten Themen und Texte noch einmal selbst erarbeiten musste, fügte sich einiges zusammen wie ein Puzzle.

Kurz vor Studienende hatte ich eine Motivationsflaute, gründete eine Ich-AG, und arbeitete wieder. Schließlich konnte ich mich doch noch zusammenreißen und mein Studium erfolgreich abschließen.

2. Gab es zum Ende Ihres Studiums eine akademische Abschlussfeier Ihrer Fakultät/Ihres Instituts bzw. Ihres Lehrstuhls?

Nein. Meine Magisterurkunde kam mit der Post.

3. Würden Sie wieder in Leipzig studieren?

Ja, jederzeit.

4. War Ihr Studium Ihrer weiteren beruflichen Laufbahn von Nutzen? Wenn ja, in welcher Hinsicht?

Für meine Bewerbung als Informatikdozent in Windhoek musste ich ein Studium, „Masters of IT or equivalent“, nachweisen. Der Magister in Logik wurde als äquivalentes Grundlagenstudium anerkannt.

5. Haben Sie eine bestimmte berufliche Tätigkeit von vornherein gezielt angestrebt? Oder wechselten die Wünsche?

Nein, ich hatte vor, während und auch ein paar Monate nach dem Studium—ich wurde nach meinem Abschluss noch zur Bundeswehr eingezogen—noch überhaupt keine Ahnung, als was ich mal arbeiten wollte.

6. Wie sah (oder sieht) Ihr Weg zur Erreichung Ihres Wunschjobs aus? (Eigeninitiativen? Praktika? Kontakte? Direkt- oder Quereinstieg?)

„Querer“ als ich kann man kaum einsteigen: Ich bin ausgebildeter Landschaftsgärtner mit einem Studium, das nur sehr am Rande etwas mit Informatik zu tun hat. Zu meinem Wunschjob bin ich wie die Jungfrau zum Kinde gekommen, per totalem Zufall. Ich bin ein paar Monate nach meinem Studienabschluss in der Fakultät herumgelaufen, um herauszufinden, wie ich an mein Zeugnis komme. Dabei bin ich auf einen Aushang aufmerksam geworden, der ein Praktikum im südlichen Afrika anpries. Das Praktikum hab ich nie gemacht, sondern bin gleich fest angestellt worden.

7. Was ist Ihre derzeitige berufliche Tätigkeit?

Informatikdozent

8. Was vermissen Sie am meisten, wenn Sie an Ihre Studienzeit zurückdenken?

Die Freiheit, tun und lassen zu können, was man will.

9. Gibt es Lehrende an der Universität Leipzig, an die Sie sich heute noch lebhaft erinnern?

Sicher, mein Studium ist ja erst ein paar Jahre her. Professor Siegfried Gottwald, damals Prodekan an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät, war eine Ikone an Fachwissen und Berufsethik. Er hat schwierige Vorlesungen gehalten, ist aber danach nicht verschwunden, sondern hat sich, falls nötig, noch stundenlang einzeln mit Studenten wie mir hingesetzt, die nicht alles auf Anhieb begriffen haben. Ich gehe heute einer ganz ähnlichen Tätigkeit nach und versuche so oft ich kann, meine Arbeit so wie er zu machen.

10. Welche Tipps würden Sie heutigen Studierenden geben?

Nicht vordringlich karriereorientiert zu studieren, sondern das Fach, das den meisten Spaß macht. Sonst besteht die Gefahr, dass die Motivation ausgeht, bevor die letzte Prüfung bestanden ist. Wenn ich heute Leute zum Vorstellungsgespräch einlade, bevorzuge ich immer die guten Kandidaten aus fachfremden Bereichen. Mittelmäßige Bewerber, auch wenn sie genau den Abschluss haben, den wir suchen, laden wir nicht ein.

Persönliche Angaben

  • Name: Peter Gallert
  • Geburtsjahr: 1971
  • Studiengang: Magister Logik Wissenschaftstheorie, Kommunikations- und Medienwissenschaft
  • Jahr der Immatrikulation: 1992
  • Jahr der Exmatrikulation: 1999
  • Heutiger Arbeitgeber/Position: Dozent für Informatik, Abteilungsleiter: Computersysteme und Netzwerke, Polytechnikum von Namibia, Windhoe


(Interview Stand Juni 2013)

// Hinweis: Die Studienabschlüsse unserer Absolventinnen und Absolventen können von den heutigen abweichen. Mehr Informationen zu den aktuellen Möglichkeiten findest du hier.