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Kommunikations- und Medienwissenschaft

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B.A.

Sebastian Wachtarz

1. Können Sie sich noch an Ihre ersten Studientage erinnern – wie war Ihr erster Eindruck von der Universität Leipzig?

Ich erinnere mich vor allem an die vielen anderen Erstsemster, die ich in den ersten Tagen kennengelernt habe und denen ich dann zwischen Hörsaal, Seminarraum und Institut ständig wieder begegnet bin. Mit manchen bin ich noch heute befreundet. Ich erinnere mich an das große Karl-Marx-Relief am Augustusplatz, an die Paternoster im Verwaltungsgebäude und an meine erste Emailadresse, die mir die Uni zuwies und die in etwa die Länge einer Twitter-Nachricht hatte. Außerdem habe ich das Gefühl nicht vergessen, mir aus all den spannenden Veranstaltungen des Vorlesungsprogramms einfach die raussuchen zu können, die mich am meisten interessierten (und die nicht allzu früh anfingen).  

2. Wenn Sie zurückblicken, wie würden Sie Ihr Studium kurz beschreiben?

Als eine Zeit des Aufbruchs, der Freiheit, der Experimente.

3. Haben Sie jemals an Ihrer Studienwahl gezweifelt? Wenn ja, wie sind Sie damit umgegangen?

Nach einem Jahr merkte ich, dass mir eines meiner Nebenfächer überhaupt nicht lag. Ich unterhielt mich mit Freunden und Kommilitonen aus anderen Bereichen darüber und wechselte schließlich einfach in ein anderes Fach, das mich mehr interessierte und das es mir gleichzeitig erlaubte, das verlorene erste Jahr schnell aufzuholen.

4. Welche Motivationen haben Ihre Studien- bzw. Berufswahl bestimmt?

Seit ich lesen kann wollte ich auch schreiben. Nach dem Abitur wusste ich nur noch nicht, auf welcher Seite des Schreibtisches. Die Kommunikations- und Medienwissenschaft in Leipzig bot ein traditionsreiches Journalistikinstitut und einen der ersten Lehstühle für Public Relations unter einem Dach. Das schien mir ideal. Während meines Studiums habe ich dann viele Praktika absolviert – in den verschiedenen Mediengattungen und schließlich auch in einer PR-Agentur. Das gab den Ausschlag: Vom ersten Tag an wusste ich, dass das mein Beruf werden würde. Ich fühlte mich wie ein Fisch im Wasser.

5. Was waren wichtige Stationen auf Ihrem beruflichen Weg?

Jedes Praktikum und (fast) jeder Nebenjob waren wichtig für mich. Mein Zivildienst als Pfleger in einem Krankenhaus hat mich ebenso geprägt wie meine Hospitationen bei verschiedenen Rundfunksendern oder die Arbeit als DJ im Leipziger TV-Club. Mein Handwerk habe ich in einer inhabergeführten PR-Agentur gelernt. Eine intensive und sehr fordernde Zeit, in der ich mich recht frei entwickeln und schnell viele Erfahrungen in verschiedenen Pharmaunternehmen sammeln konnte. Ich hatte dann das Glück, in eines wechseln zu können, von dem ich einen besonders guten Eindruck hatte. Mittlerweile kümmere ich mich dort in der Konzernzentrale um die internationale PR für unsere Atemwegsprodukte.

6. Wie sehr hat Ihr Studium Ihre jetzige berufliche Tätigkeit geprägt? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Ihrem Studium und Ihrer Tätigkeit? Können Sie noch Dinge aus Ihrem Studium nutzen?

Auf meinem Schreibtisch steht ein Ordner, in dem ich alle Unterlagen aus meinem Studium zusammengefasst habe, die ich immer mal wieder brauche. Die Ausbildung am PR-Lehrstuhl war sehr praxisorientiert und hat mich auf viele Aufgaben in meinem Beruf vorbereitet. Vor allem aber hat sie mir ein solides theoretisches Fundament vermittelt, das mir hilft, Situationen und Konflikte besser einzuschätzen. Für mich ist das der wichtigere Teil. Es hat sicher auch nicht geschadet, die Grundlagen des Journalismus zu lernen und viel mit angehenden Journalisten zu diskutieren.

7. Wie sieht ein typischer Arbeitstag in Ihrer jetzigen Position aus?

Den Großteil meines Tages verbringe ich mit Kommunikation – in Meetings, per Email oder am Telefon, mit Kollegen, Agenturen und Journalisten.

 8. Was sind die wichtigsten drei Kompetenzen in Ihrem Arbeitsalltag?

Schnelle Auffassungsgabe, Empathie und Überzeugungskraft

9. Wie gelingt Ihrer Meinung nach ein guter Berufseinstieg in Ihrer Branche (Einstiegswege, Bewerbungstipps, etc.)?

Ich fand es wichtig, schon während des Studiums praktische Erfahrung zu sammeln, vor allem auch im journalistischen Bereich. Meiner Meinung nach sollte jeder PR-Experte schon einmal eine Redaktion von innen gesehen haben. Der Einstieg über eine PR-Agentur war für mich ideal. Nirgends bekommt man so schnell Einblicke in die unterschiedlichsten Unternehmen, Projekte und Problemstellungen.

10. Was würden Sie den heutigen Studienanfänger/innen mit auf den Weg geben?

Ein Studium ist mehr als die Vorbereitung auf einen Beruf. Es bietet die einmalige Chance, in relativer Freiheit interessante Menschen, neue Ideen und nicht zuletzt sich selbst kennenzulernen. Und Leipzig ist dafür das ideale Experimentierfeld.

Persönliche Angaben

  • Name: WACHTARZ, Sebastian
  • Geburtsjahrgang: 1977
  • Studiengang: Kommunikations- und Medienwissenschaft (M.A.)
  • Jahr der Immatrikulation: 1998
  • Jahr der Exmatrikulation: 2003
  • Heutiger Arbeitgeber/Position: Boehringer Ingelheim GmbH, Associate Director Corporate Communications

(Interview Stand Juni 2013)

// Hinweis: Die Studienabschlüsse unserer Absolventinnen und Absolventen können von den heutigen abweichen. Mehr Informationen zu den aktuellen Möglichkeiten findest du hier.