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Kulturwissenschaften

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Bachelor of Arts (B.A.)

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BEWERBUNG BIS:
15. Juli

REGELSTUDIENZEIT:
6 Semester

LEISTUNGSPUNKTE:
180 Leistungspunkte (LP)

STUDIENBEGINN:
Wintersemester

Passendes Masterangebot

Kulturwissenschaften M.A.

Sabine Röhrig-Mahhou

1. Wie würden Sie Ihr Studium kurz zusammenfassen?

Es war eine schöne und entspannte Zeit. Ich hatte das große Glück meine Seminare und Vorlesungen fast nur nach meinen Interessen zusammenstellen zu können. Auch wenn der Inhalt des Studiums mich fachlich nicht direkt auf das Berufsleben vorbereitete, konnte ich für mich viel lernen – mir ein komplexeres Denken und nützliche Arbeitstechniken aneignen.

2. Gab es zum Ende Ihres Studiums eine akademische Abschlussfeier Ihrer Fakultät/Ihres Instituts bzw. Ihres Lehrstuhls?

Das Ende des Studiums war eher sachlich, ein kurzer Besuch im Prüfungsamt, ein paar nette Wünsche und das war es.

3. Würden Sie wieder in Leipzig studieren?

Das ist schwer zu beantworten, auch wenn ich gerne hier studiert habe. Ich habe mir Leipzig ausgesucht, da ich es zur damaligen Zeit spannend fand. Ich bewarb mich 1998 an verschiedenen Universitäten mit für mich interessanten Studiengängen und konnte zwischen vier Städten wählen. Die Kombination Kulturwissenschaften, Journalistik und damals noch Hispanistik klang für mich am vielversprechendsten. Zudem war Leipzig eine für mich unbekannte Stadt. Ich hatte Lust auf etwas komplett Neues und eine andere Region. Heute würde ich wieder genauso vorgehen und die Angebote der Universitäten und Städte vergleichen, da wären andere Städte vielleicht attraktiver.

4. War Ihr Studium Ihrer weiteren beruflichen Laufbahn von Nutzen? Wenn ja, in welcher Hinsicht?

Nützlich war, dass ich durch die vielen Referate vor einer großen Anzahl von Kommilitonen gelernt habe, ohne Probleme vor großen Gruppen zu sprechen. In den Seminaren, wenn man das noch so nennen kann, waren teils um die 100 Studenten. Unterstützt durch Seminare wie Hörfunksprache oder einen Rhetorikkurs in Journalistik konnte ich mich in diesem Punkt gut weiterentwickeln was für mein Berufsleben von großem Nutzen ist.

Ansonsten war das Studium weniger fachlich von Nutzen als für mich als Person. Wie schon gesagt, man lernt komplexeres Denken und wie man an bestimmte Themen heran geht.

5. Haben Sie eine bestimmte berufliche Tätigkeit von vornherein gezielt angestrebt? Oder wechselten die Wünsche?

Mein zunächst vager Wunsch, "etwas mit Europa" zu machen, entstand im Hauptstudium durch ein Praktikum im Europahaus Leipzig. Ich erstellte mit anderen Praktikanten eine Broschüre zu EU-Förderprojekten in der Region Leipzig und organisierte im Anschluss eine Jugendbegegnung mit Teilnehmern aus Italien, Litauen und Moldau. Seitdem wusste ich, in welche Richtung es gehen sollte und suchte gezielt nach weiteren Praktika und Tätigkeiten im Bereich interkultureller Austausch und europäische Integration.

6. Wie sah (oder sieht) Ihr Weg zur Erreichung Ihres Wunschjobs aus? (Eigeninitiativen? Praktika? Kontakte? Direkt- oder Quereinstieg?)

Bereits vor und während des Studiums absolvierte ich Praktika in Bereichen, die mich interessierten. Nach dem Studium war dann aber leider die Ernüchterung recht groß, meine Bewerbungen waren erfolglos, im Arbeitsamt sagte man mir, dass ich mich um mich selbst kümmern sollte und für manche Praktika und Jobs, die mich teils einfach über Wasser halten sollten, war ich plötzlich "überqualifiziert". Nach verschiedenen freiberuflichen Tätigkeiten habe ich meine eigene Bildungsgesellschaft gegründet.

7. Was ist Ihre derzeitige berufliche Tätigkeit?

Ich bin Gründerin und Geschäftsführerin der wisamar Bildungsgesellschaft gemeinnützige GmbH. Seit 2005 arbeiten wir in EU-Bildungsprojekten und betreiben seit 2008 noch ein Kompetenzzentrum. Die Bildungsprojekte beinhalten Entwicklung und Transfer von Konzepten im Bildungsbereich in Kooperation mit verschiedenen anderen europäischen Ländern, der Austausch zu bestimmten Themen im europäischen Dialog oder auch Mobilität. Jährlich empfangen wir etwa 250-300 Personen in durch uns organisierten Weiterbildungsprojekten in Leipzig und entsenden Auszubildende, Personen am Arbeitsmarkt und Ausbilder sowie Personalverantwortliche ins Ausland. Dieses Jahr geht es für Leipziger Berufsschullehrer und Ausbilder nach Finnland.

8. Was vermissen Sie am meisten, wenn Sie an Ihre Studienzeit zurückdenken?

Die freie Zeit mit Freunden beim Grillen am See oder im Park, bei einem Kaffee in der Mensa oder in irgendeiner Kneipe. Es war vieles leichter und entspannter. Nach dem Studium sind viele Freunde aus Leipzig weggegangen, da es kaum Stellen gab, zudem erfordert mein Beruf viel Engagement weit über normale Arbeitszeiten hinaus.

9. Gibt es Lehrende an der Universität Leipzig, an die Sie sich heute noch lebhaft erinnern?

Ich erinnere mich gerne an die Vorlesungen und Seminare bei Prof. Dr. Siegrist zur Kulturgeschichte. Ich hätte nie gedacht, dass die Rolle der bürgerlichen Hausfrau, die Geschichte des Kaffees, Brücken als Stätten des Handels oder auch Kriegerdenkmäler mal so mein Interesse wecken könnten. Die Seminare zur Hörfunksprache bei Frau Ilka Rausch (Journalistik) haben mir viel gebracht und sind in sehr guter Erinnerung.

10. Welche Tipps würden Sie heutigen Studierenden geben?

Gewinnt früh Einblicke in die berufliche Praxis, um Theoretisches anwenden zu können, um „echtes“ Arbeitsleben kennenzulernen und auch um Kontakte zu knüpfen. Nicht jedes Praktikum wird gut sein, aber auch meine schlimmsten „Kaffeekochen und Telefondienst“-Praktika haben irgendetwas gebracht, auch wenn sie nur zeigen, dass man in einem bestimmten Bereich oder auf eine bestimmte Art nicht arbeiten will.

Ein Auslandssemester ist sinnvoll. Blickt über den Tellerrand und macht Dinge, die Euch wirklich interessieren, auch wenn sich der Sinn für die Karriereplanung nicht immer direkt erkennen lässt. Man sollte hinter all dem stehen, was man macht und nicht nur den möglichen Nutzen im Auge haben. Wenn ich heute Leute einstelle, interessieren mich die spannenden oder besonderen Stationen im Lebenslauf mehr als ein mit sehr gut und in der Regelstudienzeit abgeschlossenes Studium.

Nutzt die Möglichkeiten des Studiums und Angebote wie Sprachkurse, Unisport und auch die Förderprogramme wie ERASMUS. Es ist nie wieder so einfach, das Studium oder – wenn Ihr Euch für ein Praktikum entscheidet – die Arbeit in einem anderen EU Land kennenzulernen.

Persönliche Angaben

  • Name: Sabine Röhrig-Mahhou
  • Geburtsjahr: 1975
  • Studiengang: Magister Kulturwissenschaften, Journalistik, Kunstgeschichte
  • Jahr der Immatrikulation: 1998
  • Jahr der Exmatrikulation: 2003
  • Heutiger Arbeitgeber/Position: wisamar Bildungsgesellschaft gemeinnützige GmbH, Geschäftsführerin

(Interview Stand Juni 2013)

// Hinweis: Die Studienabschlüsse unserer Absolventinnen und Absolventen können von den heutigen abweichen. Mehr Informationen zu den aktuellen Möglichkeiten findest du hier.