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Physik Lehramt

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Staatsexamen

Lehramt an Oberschulen

BEWERBUNG BIS:
15. September

STUDIENBEGINN:
Wintersemester

REGELSTUDIENZEIT:
9 Semester

LEISTUNGSPUNKTE:
270 Leistungspunkte (LP)

Lehramt an Gymnasien

BEWERBUNG BIS:
15. September

STUDIENBEGINN:
Wintersemester

REGELSTUDIENZEIT:
10 Semester

LEISTUNGSPUNKTE:
300 Leistungspunkte (LP)

Lehramt Sonderpädagogik

BEWERBUNG BIS:
15. Juli

STUDIENBEGINN:
Wintersemester

REGELSTUDIENZEIT:
10 Semester

LEISTUNGSPUNKTE:
300 Leistungspunkte (LP)

Foto Stefan Heinze

Stefan Heinze

1. Können Sie sich noch an Ihre ersten Studientage erinnern – wie war Ihr erster Eindruck von der Universität Leipzig?

Die Uni erschien mir groß und ein wenig unübersichtlich, aber beeindruckend. Ich fand das alles aufregend und habe freundliche Menschen gefunden, die mir geholfen haben mich zurechtzufinden.

2. Wenn Sie zurückblicken, wie würden Sie Ihr Studium kurz beschreiben?

Eine besondere Entwicklungsphase für mich. Mit 30 Jahren als Familienvater zu studieren war schon etwas Besonderes. Im Nachhinein und auch mittendrin ist es für mich immer wieder ein Wunder und ein Geschenk, dass das alles so funktioniert hat. Ohne Abitur nach 12 Jahren Berufstätigkeit in der Regelstudienzeit zum ersten Staatsexamen. Meine besondere Stärke war nicht hohe Begabung sondern eine aus dem Glauben gewachsene starke Motivation.

3. Haben Sie jemals an Ihrer Studienwahl gezweifelt? Wenn ja, wie sind Sie damit umgegangen?

Ich habe diese Phasen des Zweifelns bei meinen Komilitonen erlebt. Einige haben Studiengänge gewechselt. Ich finde das normal und es ist gut, wenn man nach reiflicher Überlegung Konsequenzen zieht. Für mich war es anders, da ich diese Phase vorher durchlaufen hatte und genau wusste, dass ich Lehrer werden wollte.

4. Welche Motivationen haben Ihre Studien- bzw. Berufswahl bestimmt?

Die Aufgabe, Heranwachsende auf ihrem Weg ins Leben zu begleiten war und ist mir eine tiefe innere Berufung. Es passt einfach zu mir. Trotz allem Stress, mache ich es immer wieder gern. So wie meine Familie mit den mittlerweile überwiegend erwachsenen Kindern mir keine Last, sondern herausfordernde Erfüllung ist. Für die Wahl der Fächer (Physik und Mathematik) war mein Beruf als Mechatroniker und meine Begeisterung für Naturphänomene maßgebend.

5. Was waren wichtige Stationen auf Ihrem beruflichen Weg?

Bis 1980 habe ich die polytechnische Oberschule in der DDR besucht: das entspricht einem Realschulabschluss. Als überzeugter Christ und Wehrdienstverweigerer war ich dem politischen System DDR kein förderungswürdiger Kader. So erlernte ich bis 1984 den Beruf des Betriebs - Mess und Regeltechnikers (BMSR Techniker sind heute vergleichbar mit Industrieanlagenmechatronikern). Nachdem ich nach dem SED - Unrechtsbereinigungsgesetz eine Sonderhochschulzugangsberechtigung erhalten hatte, konnte ich von 1996 bis 2001 an der Uni Leipzig Lehramt Physik und Mathematik studieren. Seit meinem Referendariat von 2001 bis 2003 bin ich Lehrer am Evangelischen Schulzentrum Leipzig.

6. Wie sehr hat Ihr Studium Ihre jetzige berufliche Tätigkeit geprägt? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Ihrem Studium und Ihrer Tätigkeit? Können Sie noch Dinge aus Ihrem Studium nutzen?

Ja und Nein. Ja, meine berufliche Tätigkeit baut auf dem Fundament der studierten Fachwissenschaften auf. Es wurden universelle akademische Grundlagen gelegt. Manche Inhalte ganzer Fachsemester habe ich jedoch nie wieder gebraucht. Im Gegensatz dazu steht Selbst - und Zeitmanagement, Arbeitsorganisation, Kommunikation und Konfliktbewältigung in keinem Studienplan, ist aber extrem wichtig.

7. Wie sieht ein typischer Arbeitstag in Ihrer jetzigen Position aus?

Der typische Arbeitstag des Lehrers beginnt am Nachmittag vor dem Unterrichtstag. Das heißt in der Regel Sonntags. Unterrichtsplanung, Material aufbereiten, gut abgeschmeckte Leistungskontrollen basteln oder korrigieren, Elternbriefe schreiben, schulische Aktionen oder Fahrten planen.

Der normale Schultag besteht aus Unterrichten, Aufsichten, Absprachen, Vorbereiten und Aufräumen und ab und zu Konferenzen oder Elterngesprächen.

Nach einer kurzen Regenerationsphase (man hat ja auch noch ein Privatleben) geht es weiter bis der nächste Tag in der Tasche ist.

8. Was sind die wichtigsten drei Kompetenzen in Ihrem Arbeitsalltag?

Das Wichtigste ist das Sein. Dass ich weiß, wer ich bin und was ich will und was nicht. Ich muss selbst klar sein, um dann fachliche Inhalte für Lernende zu strukturieren und darzustellen.

Zweitens: Unterricht und erzieherisches Handeln ist vor allem Kommunikation. Es bedeutet Wahrnehmen, Situationen erfassen und sicher Entscheidungen treffen.

Das Dritte ist Arbeitsorganisation und Feedback - vor allem Selbstreflexion. Dazu gehört dann auch die Fähigkeit sich zu distanzieren, wieder Abstand zu gewinnen und den Humor zu behalten.

9. Wie gelingt Ihrer Meinung nach ein guter Berufseinstieg in Ihrer Branche (Einstiegswege, Bewerbungstipps, etc.)?

Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeiten will, sollte herausfinden, ob er mit ihnen gut umgehen kann - natürliche Autorität besitzt. Das kann in der Nachhilfe, in Sportgruppen, Musik oder kirchlichen Jugendgruppen oder in schulischen Arbeitsgemeinschaften geschehen. Im Studium sollte man die Bedeutung von Praktika und schulpraktischen Übungen nicht unterschätzen. Auf Perspektive: gute Lehrer werden so dringend gebraucht, man schaue sich nur die Alterspyramide an.

10. Was würden Sie den heutigen Studienanfänger/innen mit auf den Weg geben?

Ein Benediktiner, der maßgeblich an einer Schulgründung beteiligt war, sagte einmal: Ein Lehrer muss seine Schüler lieben, alles andere ergibt sich. Auch wenn dieses Zitat im heutigen gesellschaftlichen Kontext leider nicht mehr so unzweifelhaft gebraucht werden kann, finde ich es gut, kurz und präzise.

Persönliche Angaben

  • Name, Vorname: Heinze, Stefan
  • Geburtsjahrgang: 1965
  • Studiengang: Lehramt Physik/Mathematik
  • Jahr der Immatrikulation: 1996
  • Jahr der Exmatrikulation: 2001
  • Heutiger Arbeitgeber/Position: Lehrer am Evangelischen Schulzentrum Leipzig


Interview Stand April 2014

// Hinweis: Die Studienabschlüsse unserer Absolventinnen und Absolventen können von den heutigen abweichen. Mehr Informationen zu den aktuellen Möglichkeiten findest du hier.