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Politikwissenschaft

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Bachelor of Arts (B.A.)

Claudius Kroker

1. Warum haben Sie damals in Leipzig Ihr Studium begonnen?

Ich hatte das Grundstudium an der Universität Erlangen-Nürnberg absolviert und wollte nun an eine andere Hochschule wechseln. Für meine Fächerkombination mit Rechtswissenschaft im Nebenfach eines Magisterstudiums (das war damals in Erlangen ein Pilotprojekt mit drei "Versuchskaninchen") kam unter anderem die Universität Leipzig in Frage.

2. Wie würden Sie Ihr Studium zusammenfassen?

An zwei Standorten, mit so vielen Dozenten und so vielen unterschiedlichen Schwerpunkten und Kombinationsmöglichkeiten – es wäre schlimm, ließe sich das in einem Satz zusammenfassen. Eines kann ich aber sagen: meine Studienzeit in Leipzig, die Seminare mit so vielen namhaften und erfahrenen Professoren und Dozenten und das gesamte Umfeld waren spannend und ein ganz intensiver Teil meines Studiums.

3. Können Sie sich vielleicht noch an Ihre Immatrikulation und Ihren ersten Eindruck von der Universität Leipzig erinnern?

Menschlich sehr freundlich und offen. Es war alles recht unkompliziert. Begeistert haben mich der große Lesesaal in der Deutschen Bücherei und die Öffnungszeiten, auch die der Uni-Bibliothek. Das war damals etwas ganz Besonderes und für deutsche Universitäten keineswegs selbstverständlich.

4. Können Sie uns Ihren beruflichen Werdegang kurz skizzieren?

Während des Studiums und auch nach meinem Examen habe ich eine Zeit lang frei gearbeitet: für Zeitungen, Nachrichtenagenturen und für das Kulturamt in Erlangen. Dann wurde mir eine Stelle in der Öffentlichkeitsarbeit der Ludwigsburger Schlossfestspiele angeboten. Dort war ich zwei Jahre lang unter anderem für die Werbung, Programmhefte und Festspielzeitungen verantwortlich. 1998 hat mich dann eine PR-Agentur in Nürnberg abgeworben. Hier habe ich bis Ende 2000 Texte für Publikationen verfasst – unter anderem Mitarbeiterzeitungen und Geschäftsberichte – außerdem Pressemitteilungen für Kunden aus verschiedenen Branchen. Ab Januar 2001 war ich Redaktionsleiter einer großen PR-Agentur in Bonn. Hier blieb ich bis Mitte 2002 und bin seitdem selbstständig.

5. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Ihrer jetzigen Tätigkeit und Ihrem Studium? Können Sie noch Dinge aus Ihrem Studium nutzen?

Einen inhaltlichen Zusammenhang gibt es nicht immer, das hängt von den Themen ab, die ich als Journalist und Redenschreiber bearbeite. Aber natürlich habe ich mir weite Teile des strukturierten Arbeitens, Rechercheformen, allgemein verständliches Formulieren wissenschaftlicher Inhalte und ähnliches während des Studiums angeeignet, das hilft mir noch heute; auch und gerade im Kontakt mit jungen Menschen, die gerade ihr Studium absolviert haben, und die meine Vorträge oder Seminare besuchen.

6. Gab es Zufälle, Situationen, Begegnungen mit bestimmten Personen, die Ihren beruflichen Werdegang besonders geprägt haben?

Ich habe sowohl im Rahmen des Studiums als auch in der journalistischen Tätigkeit (damals in Leipzig vor allem für die Deutsche Presse-Agentur dpa), aber auch neben dem Studium zum Beispiel bei meinem Engagement in der Katholischen Studentengemeinde KSG viele Menschen kennengelernt, die mich und meine Arbeit geprägt haben und mit denen ich heute noch Kontakt habe. Leider gibt es auch viele, die mir wichtig waren, die ich aber nach meinem Weggang aus Leipzig aus den Augen verloren habe. Das ist sehr schade.

7. Gab es Umstände im Studienbetrieb, die Sie im Nachhinein für verbesserungswürdig halten?

Da hat sich sicherlich in den bald 20 Jahren, die das her ist, viel verändert. Ärgerlich war für mich damals, dass während meines Studiums in Leipzig entschieden wurde, Rechtswissenschaften nicht länger als Nebenfach im Magister-Studium zu prüfen. So musste ich die Hochschule wieder wechseln, ich hätte hier keinen Abschluss mehr machen können. Ich wäre sehr gerne in Leipzig geblieben.

8. Welche Methoden haben Sie angewendet, um Prüfungsangst zu überwinden?

Keine. Zumindest nicht bewusst. Ich habe den Stoff aufgeteilt in einen Zeitplan und dann versucht mir die Inhalte in diesen Zeitfenstern anzueignen. Vor allem habe ich abends lange Spaziergänge unternommen, bei denen ich im Kopf Inhalte reflektiert und Zusammenhänge hergestellt habe. Der Rest war auch ein bisschen Mut zur Lücke…

9. Was verbindet Sie heute mit der Universität Leipzig?

Das Bewusstsein und ein bisschen Stolz, dort einen Teil meines Studiums absolviert zu haben. Und die Stadt mit der Uni mitten im Zentrum direkt beim Gewandhaus ganz intensiv erlebt zu haben. Das war toll, und daran denke ich immer gern zurück!

Und ich habe hier die ersten Ansätze für meine Promotion gelegt (Danke, Gerda Baumbach!) – leider habe ich das Projekt nach Jahren des "Herumdokterns" nicht weiter verfolgt.

10. Was würden Sie den heutigen Studierenden mit auf den Weg geben?

Zwei Dinge: Erstens nicht nur ein Fach stur durchstudieren, sondern immer auch darüber nachdenken, wo es Verbindungen zu anderen Disziplinen gibt. Das Interdisziplinäre (in meinem Fall zum Beispiel Theatralität von Politik und Recht) fand ich besonders spannend. Und zweitens niemals vorschnell aufgeben. Ich hatte Jura als Magister-Nebenfach abgeschlossen. Vier Semester hätte es wohl noch gedauert die restlichen Scheine für ein Staatsexamen zu machen, dazu hatte mir damals ein Kommilitone geraten. Ich habe nicht auf seinen Rat gehört, heute ärgere ich mich maßlos darüber…

Persönliche Angaben

  • Geburtsjahrgang: 1970
  • Studiengang: Magister Politikwissenschaft, Theaterwissenschaft, Rechtswissenschaft
  • Jahr der Immatrikulation: in Leipzig April 1993
  • Jahr der Exmatrikulation: in Leipzig Oktober 1994
    Gesamtstudium von Oktober 1990 bis Februar 1996
  • Heutiger Arbeitgeber/Position: Selbstständig

(Interview Stand Juni 2013)

// Hinweis: Die Studienabschlüsse unserer Absolventinnen und Absolventen können von den heutigen abweichen. Mehr Informationen zu den aktuellen Möglichkeiten findest du hier.