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Theaterwissenschaft transdisziplinär

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Bachelor of Arts (B.A.)

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BEWERBUNG BIS:
15. Juli

REGELSTUDIENZEIT:
6 Semester

LEISTUNGSPUNKTE:
180 Leistungspunkte (LP)

STUDIENBEGINN:
Wintersemester

VOR STUDIENBEGINN

Vorpraktikum von acht Wochen im soziokulturellen Bereich

Voraussetzungen

  • allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder ein als gleichwertig anerkanntes Zeugnis
  • Englisch B2 und weitere moderne Fremdsprache B1 oder
  • Englisch B2 und Lateinkenntnisse
  • Mindestens zweimonatiges Praktikum im soziokulturellen Bereich (z.B. im Bereich der Organisation, Öffentlichkeitsarbeit oder künstlerischpraktischen Tätigkeit bei freien, öffentlichen oder kirchlichen Trägern mit gemeinwohlorientierter Ausrichtung sowie freien und öffentlichen Einrichtungen zu Bildender Kunst, Theater, Tanz, Performance oder Musik) zu Studienbeginn
  • Örtlicher Numerus clausus, Bewerbung an der Universität Leipzig

Inhalte

Theater als kulturelle Praxis, Kunstform und Institution ist ein wesentlicher Bestandteil von Kulturen, dessen historische und regionale Ausdifferenzierung in ihren Strukturen, Formen und Funktionen untersucht wird. Darunter fällt die Betrachtung aller Spezifikationen von Theater in Gegenwart und Geschichte – etwa Schauspiel, Musiktheater, Tanz- und Bewegungskulturen, Performance- und Medienkunst, Figurentheater, Kinder- und Jugendtheater – ebenso wie die Untersuchung theatraler Praktiken innerhalb und auch außerhalb des institutionalisierten Theaters – etwa soziales Rollenspiel, die Inszenierung des Politischen, die Ästhetisierung des Alltags, Formen der gesellschaftlichen Selbstdarstellung und der Ritualisierung, Reenactments historischer Ereignisse oder öffentliche Spektakel.

Einmalig in der deutschsprachigen Theaterwissenschaft ist in Leipzig die umfassende und intensive Verbindung von Gegenwartstheater und Theatergeschichte in Forschung, Lehre und Praxis. Dem entsprechen in methodischer Hinsicht die Perspektive der Historizität und das Verfahren des Historisierens, in kritischer Reflexion und Relativierung von überkommenen Mustern, Werten und Institutionen.

Der Bachelorstudiengang Theaterwissenschaft transdisziplinär bietet eine grundständige theaterwissenschaftliche Ausbildung in transdisziplinärer, fächerübergreifender Perspektive. Durch die Befähigung zur Auseinandersetzung mit der strukturellen Vielfalt des Gegenstandes Theater im transkulturellen Vergleich bietet der Studiengang eine solide und differenzierte Basis sowohl für eine eigenständige berufliche Weiterentwicklung als auch für die Fortsetzung des Studiums in einem Masterstudiengang.

Inhaltliche Schwerpunkte des B.A. Theaterwissenschaft transdisziplinär sind ...

  • a. Historizität des Gegenwartstheaters und der Theater/Kultur-Geschichte Europas an ausgewählten Modellfällen aus Antike, Mittelalter, Renaissance, dem 17., 18. und 19. Jahrhundert, der Moderne und im außereuropäischen Vergleich; Vermittlung, Reflexion und Historisierung der Theatergeschichtsschreibung, Theatertheorie und ästhetischen Theorie; Auseinandersetzung mit wissenschafts- und wissensgeschichtlichen Problemen.
  • b. Theater/Anthropologie in transdisziplinärer und transkultureller Perspektive, insbesondere im Hinblick auf cultural performances, Wahrnehmungs- und Mitteilungsformen von communitas, Bewegungs-/Wissenskulturen, Historische Anthropologie des Akteurs, akteurgebundene Praktiken und Schau/Spiel-Theorien in Gegenwart und Geschichte.
  • c. Transmedialität als Austausch und Differenz artifizieller und kultureller Medien vornehmlich unter den Gesichtspunkten: Bildtheorie und Visual Culture, Ereignis – Vorstellung – Inszenierung, Raum – Leib/Körper – Bild, Medialität, Wahrnehmung und Gemeinschaft, Performativität und Performance, Rhythmus – Unterbrechung, Sprache und Audiovisualität.
  • d. Theater/Kulturen im Rahmen von Theorie-Praxis-Transfers, die die Notwendigkeit der Einbeziehung künstlerisch-praktischen Expertenwissens sowohl in historischen als auch gegenwärtigen Konfigurationen von Künsten und Wissenschaften vermitteln und im Hinblick auf Wahrnehmungsmodalitäten und Erkenntnisformen reflektieren.


Studienziele des B.A. Theaterwissenschaft transdisziplinär

Das Studium soll die Studierenden auf berufliche Tätigkeiten vorbereiten und ihnen die erforderlichen fachlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Methoden so vermitteln, dass sie zu wissenschaftlicher oder theaterpraktischer Arbeit, zu selbständigem Denken und zu verantwortungsbewusstem Handeln befähigt werden. Damit werden die Grundlagen für berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und für die Fähigkeit zur eigenverantwortlichen Weiterbildung geschaffen. Insbesondere lernen die Studierenden, Theater und Kultur in ihrer prinzipiellen Verflochtenheit in Geschichte und Gegenwart zu erforschen. Sie beherrschen den angemessenen Umgang mit theatralen Phänomenen in all ihren Erscheinungsformen auf den Ebenen der Historiographie, der historischen Anthropologie und der Transmedialität, wobei sie diese Ebenen als miteinander korrespondierend verstehen.

Zu den besonderen Qualifikationszielen des Studiengangs zählen:

  • a. Transdisziplinäre Ausrichtung: Vermittlung von Theaterwissenschaft als Teil der universitären Forschung, um den jeweiligen Stand des Wissens und der Praxis aus dem Grundlagenwissen der Fachdisziplin heraus im transdisziplinären Kontext immer wieder zu überprüfen und zu überschreiten. Die transdisziplinäre Arbeit beruht primär auf dem Umstand, dass sich theatrale Praktiken mit anderen – in jeweils spezifischen kulturellen und historischen Situationen – verbinden, durchmischen oder voneinander abgrenzen, wie z.B. im Verhältnis zu religiösen, popularkulturellen, machtpolitischen oder medialen Praktiken. Der Erkenntnis dient dabei insbesondere das theoretisch-methodische Instrument „Theatergefüge“ in Relation zu gesellschaftlichen Kommunikationsgefügen.
  • b. Praxisorientierung: Vermittlung von Wissen und Kompetenzen, welche auf ihre Anwendung in der theatralen, kulturellen und sozialen Praxis ausgerichtet sind und das universitäre Studium auf aktuelle und zukünftige Berufsfelder beziehen. Das Studienangebot ist am Konzept der strukturellen Verbindung von Theorie und Praxis, Forschung und Berufsqualifikation ausgerichtet. Dies wird durch die reguläre Einbindung von Theorie-Praxis-Transfer-Modulen, Pflichtpraktika sowie fest verankerten Kooperationen mit Theatern und Kultureinrichtungen im Rahmen des Center of Competence for Theatre (CCT) gewährleistet.
  • c. Transmediale Perspektive: Vermittlung von Kenntnissen und Methoden zu Theater als transmedialem Phänomen in historischer wie systematischer Perspektive sowie zu theatralen Praktiken als medienüberschreitenden Inszenierungsweisen innerhalb und außerhalb institutionalisierter Zusammenhänge. Dabei spielt die Erfahrung und Reflexion der wechselseitigen Relation, Kooperation und Differenz von Künsten und Wissenschaften eine wesentliche Rolle.
  • d. Transkulturelle Ausrichtung: Vermittlung von Methoden und Fragestellungen zur Analyse theatraler Äußerungen und Praktiken in transkulturellen Kommunikationsgefügen im globalen Vergleich. Darin einbezogen ist die Ermöglichung von Studienaufenthalten im Ausland zur Erweiterung des persönlichen, methodischen und inhaltlichen Horizontes, z.B. im Rahmen des ERASMUS+ -Programms.

Aufbau des Studiums

Im Studienführer findest du den Aufbau des Studiums ebenso wie eine Übersicht zum Studienablauf, zu Modulen und Prüfungen.

Informationen zum Wahlbereich sowie zum Wahlfach im Bachelor of Arts findest du hier.

Berufsperspektiven

Wesentliches Studienziel ist die Vermittlung von Kenntnissen und Kompetenzen, die die Studierenden für eine Vielzahl von Berufsfeldern sowohl im kulturellen, privatwirtschaftlichen oder öffentlichen Sektor als auch für die wissenschaftliche Weiterarbeit (z.B. in einem Masterstudium) qualifizieren. Der wissenschaftliche Aufbau und die Organisation des Studiums sind auf zukünftige Arbeitsfelder hin orientiert. Dabei werden frühzeitig neue Entwicklungen erkannt und aktiv mitgestaltet.

Zu den möglichen Berufsfeldern der AbsolventInnen gehören:

  • Dramaturgie, Regie und konzeptionelle Arbeit an Theatern und in der freien Szene,
  • Öffentlichkeitsarbeit und Kulturmanagement im Bereich kultureller, sozialer und pädagogischer Arbeit,
  • Journalistische Tätigkeiten in allen gegenwärtigen und zukünftigen Medienformen,
  • Kuratorentätigkeiten im Museums-, Festival- und Wissenschaftsbereich,
  • Eventmanagement im kommerziellen und öffentlichen Sektor wie auch in Nichtregierungsorganisationen und Vereinen,
  • Arbeit in der städtischen/staatlichen Kulturverwaltung,
  • Tätigkeiten in Archiven, Bibliotheken und Museen,
  • Wissenschaftliche Tätigkeiten an Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen.

Wichtige Dokumente