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Translation (Übersetzen/Dolmetschen)

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B.A.

Foto Katrin Irmert | Universität Leipzig

Katrin Irmert

    1. Können Sie sich noch an Ihre ersten Studientage erinnern – wie war Ihr erster Eindruck von der Universität Leipzig?

    Nachdem ich mein Grundstudium an den Universitäten Heidelberg (1 Semester) und Germersheim (3 Semester) abgeschlossen hatte, empfand ich die Universität Leipzig zunächst als sehr groß und anonym. Gerade nach Germersheim hatte ich einige Schwierigkeiten, mich an der Universität Leipzig zurecht zu finden, zumal es ja für „Quereinsteiger“ keine Orientierungswoche oder ähnliches gab.

    2. Wenn Sie zurückblicken, wie würden Sie Ihr Studium kurz beschreiben?

    Nach einigen Startschwierigkeiten war mein Studium sehr umfassend und gerade die Universität Leipzig bot mir nicht nur eine sehr gute sprachmittlerische Ausbildung, sondern viele darüber hinaus gehende Weiterbildungsmöglichkeiten, z. B. zusätzliche Sprachen und IT-Wissen.

    3. Haben Sie jemals an Ihrer Studienwahl gezweifelt? Wenn ja, wie sind Sie damit umgegangen?

    Ja, das habe ich, vor allem mit Hinblick auf die beruflichen Aussichten. Ich habe dann bereits während des Studiums begonnen, mich mithilfe der SMILE-Initiative der Uni Leipzig auf eine mögliche freiberufliche Tätigkeit vorzubereiten. Weiterhin habe ich diverse IT-Kurse besucht, um mich stärker im Bereich IT und Technik aufzustellen.

    4. Welche Motivationen haben Ihre Studien- bzw. Berufswahl bestimmt?

    Interesse für Fremdsprachen und fremde Kulturen sowie die Hoffnung, im Beruf viel reisen zu können und mit interessanten Menschen zusammenzuarbeiten.

    5. Was waren wichtige Stationen auf Ihrem beruflichen Weg?

    • mein Auslandssemester in Madrid
    • verschiedene Dolmetschen- und Übersetzungsaufträge während des Studiums
    • die persönliche Empfehlung einer Freundin, mich bei der SAP AG zu bewerben, wo ich dann im Laufe meiner Tätigkeit als technische Übersetzerin mein Interesse für die technische Funktionsweise der Übersetzungstools entdeckte

    6. Wie sehr hat Ihr Studium Ihre jetzige berufliche Tätigkeit geprägt? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Ihrem Studium und Ihrer Tätigkeit? Können Sie noch Dinge aus Ihrem Studium nutzen?

    Dank des Studiums bin ich mir prinzipiell der Wichtigkeit einer guten und gründlichen Übersetzung bewusst, auch haben mir die Einblicke in CAT-Tools beim Einstieg geholfen (ohne geht heutzutage nichts mehr!). Auch wenn ich von den tatsächlichen Studieninhalten (nämlich dolmetschen und übersetzen) nichts mehr anwende, so helfen mir meine Kenntnisse als Übersetzerin bei der Erstellung von neuen technischen Anforderungen für die von uns eingesetzten Übersetzungstools, beim Testen neuer Entwicklungen, bei der Erstellung relevanter Schulungsunterlagen sowie bei der Lösung von Problemen, die Übersetzer bei uns melden.

    7. Wie sieht ein typischer Arbeitstag in Ihrer jetzigen Position aus?

    Bei SAP gilt die Vertrauensarbeitszeit, d. h. bei einer Vollzeitstelle sollte man 40 Stunden pro Woche arbeiten. Prinzipiell ist es einem freigestellt, wann man dies tue, solange die Arbeit zur Zufriedenheit aller beteiligten KollegInnen fertiggestellt wird.

    Ich beginne meist zwischen 8 und 8:30, sehe dann zunächst meine E-Mails durch, bevor ich schaue, ob irgendwelche Probleme mit einem der verwendeten Übersetzungssysteme oder -tools gemeldet wurden und bearbeite sie. An manchen Tagen kommen noch Abteilungs-, Team- oder Gruppen-Meetings im Laufe des Tages dazu, manchmal Absprachen mit KollegInnen aus anderen Teams. Außerdem arbeite ich an diversen Projekten mit, wo es meist darum geht, neue Software zu testen, Lösungen für neue zu übersetzende Formate zu finden oder Prozessverbesserungen zu erarbeiten.

    Gegen 11:30 gehe ich meist mit meinen KollegInnen für ca. 1 Stunde zum Mittagessen in eine der Kantinen.

    Der Nachmittag verläuft ähnlich wie der Vormittag. Da ich zurzeit nur 30 Stunden pro Woche arbeite, endet mein Arbeitstag typischerweise zwischen 15:00 und 16:00.

    8. Was sind die wichtigsten drei Kompetenzen in Ihrem Arbeitsalltag?

    • Analytische und Problemlösungsfähigkeit
    • Teamfähigkeit
    • Kommunikationsfähigkeit


    9. Wie gelingt Ihrer Meinung nach ein guter Berufseinstieg in Ihrer Branche (Einstiegswege, Bewerbungstipps, etc.)?

    Angebote der Unternehmen, wie Job-Börsen, Tage der offenen Tür u. ä. nutzen, um das Unternehmen kennen zu lernen. Nicht einfach „blind“ bewerben, weil man irgendwie den Fuß in die Tür bekommen möchte. Die Gefahr, dass einen der neue Job frustriert, ist so viel größer. Stattdessen genau überlegen, ob man sich die geschilderte Tätigkeit wirklich vorstellen kann und sich entsprechend personalisiert auf die ausgeschriebene Stelle bewerben.

    10. Was würden Sie den heutigen Studienanfänger/innen mit auf den Weg geben?

    Macht nicht nur das, was vorgeschrieben ist, sondern nutzt auch Angebote, die über das eigentliche Sprachmittlerstudium hinausgehen – selbst, wenn euch das vielleicht ein Semester mehr „kostet“. Vielen Unternehmen ist es wichtig, dass ihre zukünftigen MitarbeiterInnen auch über den Tellerrand hinaus schauen.

    Persönliche Angaben

       

    • Name, Vorname: Irmert, Katrin
    • Geburtsjahrgang: 1981
    • Studiengang: Diplom-Dolmetschen
    • Jahr der Immatrikulation: 2003
    • Jahr der Exmatrikulation: 2007
    • Heutiger Arbeitgeber/Position: SAP AG, Support Engineer

     

    Interview Stand Juni 2014

    // Hinweis: Die Studienabschlüsse unserer Absolventinnen und Absolventen können von den heutigen abweichen. Mehr Informationen zu den aktuellen Möglichkeiten findest du hier.