Für Studierende mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung stellt die Universität Leipzig umfangreiche Unterstützungsangebote und Informationen zu Nachteilsausgleichen und der Studienorganisation zur Verfügung. Im Folgenden erhalten Sie einen Einblick in das Arbeitsfeld der:des Senatsbeauftragten sowie alle notwendigen Informationen zum Studium mit Beeinträchtigung an unserer Universität.

Aktuelles/Veranstaltungshinweise

  • 02.12.2022, 13:30 – 14:15 Uhr: Vorstellung des neuen Peer-Support-Netzwerk iXNet-Portal für Akademiker:innen mit Behinderung
    Die Veranstaltung findet online über Skype statt. Gebärden- oder Schriftsprachdolmetschung möglich. Anmeldungen bis 30.11.2022 an ZAV.iXNet@arbeitsagentur.de
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  • 07.12.2022, 09:30 – 16:00 Uhr: Workshop Empowerment für Menschen, die im Alltag Rassismus erleben
    Veranstaltungsort: Beratungsraum, Strohsackpassage, Nikolaistraße 6 – 10, 3. Etage (Stabsstelle für Chancengleichheit, Diversität und Familie, Universität Leipzig). Das Angebot des Antidiskriminierungsbüros Sachsen e.V. (ADB) richtet sich an alle Studierenden der Leipziger Hochschulen.
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  • 20.01.2023: Digitale Infoveranstaltung t.e.a.m. für Personen mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen
    11:00 Uhr für Promovendinnen
    12:00 Uhr für Postdoktorandinnen
    13:00 Uhr für Studentinnen
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  • bis 05.02.2023: Bewerbungsphase des Programms t.e.a.m ability
    (Juni 2023 bis Juni 2024)

    Das t.e.a.m.-Programm unterstützt Frauen mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen auf allen Qualifikationsstufen – von der Studentin bis zur Postdoktorandin – mit 1:1 Mentorat, Workshops und Live-Talk Formaten.
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  • Jeden Montag, 16:00 – 17:30 Uhr Gutenbergplatz 4 im Center for Social Services (CSS) im Gruppenraum
    Runder Tisch: Studierende mit Beeinträchtigung/chronischer Erkrankung, in deutscher Sprache
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  • Jeden Dienstag, 18:00 – 20:00 Uhr an der HTWK Leipzig (Geutebrück-Bau)
    geist:reich Selbsthilfegruppe für Studierende mit psychischer Beeinträchtigung
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  • Jeden Donnerstag, 10:30 – 12:00 Uhr im Leibnizladen im Campusinnenhof
    Open Office – Studieren mit Behinderung, in deutscher und englischer Sprache
    Fragen vorab per E-Mail an barrierefrei(at)uni-leipzig.de. Mit dem Team der Senatsbeauftragten für Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankung.

Heterogen und oft unsichtbar
11 Prozent aller Studierenden haben eine studienerschwerende gesundheitliche Beeinträchtigung. Das entspricht 3245 Studierenden an der Uni Leipzig. 62 Prozent dieser Studierenden sind durch eine psychische Erkrankung beeinträchtigt. 13 Prozent haben eine körperliche Erkrankung. Nur bei 1,9 Prozent der Studierenden ist die studienerschwerende Beeinträchtigung sofort ersichtlich. Quelle: Interne Sonderauswertung der best2-Studie

Arbeitsfeld der:des Senatsbeauftragten für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung

Die Aufgabe der:des Senatsbeauftragten für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen ist es, die betreffenden Studierenden dabei zu unterstützen, ihr Recht auf ein chancengleiches Studium wahrzunehmen. Das Büro arbeitet dazu in den folgenden Bereichen:

  • Unterstützung bei der Umsetzung des Hochschulaktionsplans Inklusion an der Universität Leipzig
  • Unterstützung bei der Einrichtung barrierefreier Studiengänge
  • Interessenvertretung von Studierenden mit Beeinträchtigung
  • Durchführung und Organisation universitätsinterner Fortbildungen, etwa im Bereich Nachteilsausgleich
  • Öffentlichkeitsarbeit (zum Beispiel bei spezifischen universitären Aktionstagen)
  • Durchführung von Vernetzungstreffen für Akteur:innen zum Thema barrierefreies Studium
  • Spezialberatung von universitären Einrichtungen, etwa zu Härtefallanträgen/Nachteilsausgleichen bei Behinderungen und chronischen Erkrankungen
  • Hilfestellung von Studieninteressierten und Studierenden mit Beeinträchtigung bei komplexen Problemfällen im Studium und bei Prüfungen

Die chancengleiche Teilhabe aller Studierenden an Prüfungen und am Studium
ist [...] ein zentraler Anspruch der Universität Leipzig.

aus der Handreichung: Nachteile ausgleichen

Individuelle Beratung

Viele Studien- und Prüfungsordnungen strukturieren den Studienverlauf eng vor. Aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung kann es vorkommen, dass Sie zeitliche und formale Vorgaben nicht einhalten können. Um diese Benachteiligungen auszugleichen, haben Sie Anspruch auf individuelle Nachteilsausgleiche, die Ihnen ein chancengleiches Studium ermöglichen sollen. 

Das Informationsportal für Studieninteressierte, Studierende und Mitarbeitende informiert zur Anerkennung von Härtefällen und der Gewährung des Nachteilsausgleichs an der Universität Leipzig aufgrund von Behinderung, chronischer Erkrankung, Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit oder Familienaufgaben.

Zugang und Zulassung zum Studium

Die zentrale Studienberatung berät unter anderem zu allgemeinen Fragen zur Bewerbung, den Zugangsvoraussetzungen, Eignungsprüfungen und Zulassungsverfahren. Das Studierendensekretariat berät zu allen verwaltungsorganisatorischen Angelegenheiten für die Zulassung zum Studium, unter anderem zur Beantragung eines Härtefalls oder Nachteilsausgleichs und den erforderlichen Nachweisen.

Prüfungen und Studienbedingungen

Die Studienbüros der Fakultäten sind die ersten Anlaufpunkte für Studierende und Lehrende bei Fragen zur Studienorganisation. Sie beraten unter anderem zum Nachteilsausgleich und dessen Beantragung für das Studium oder Prüfungen.

Konflikte und Lösungen

Allgemeine und individuelle Beratung und Unterstützung bei der Beantragung eines Nachteilsausgleichs bietet das jeweilige Studienbüro, das Studierendensekretariat oder die zentrale Studienberatung. Die:der Senatsbeauftragte für Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen unterstützt Studierende bei der Gewährung des Nachteilsausgleichs ausschließlich in Konfliktfällen.

Konflikte und Lösungen

Unterstützung erhalten Mitarbeitende bei der Umsetzung in schwierigen Einzelfällen und Studierende ausschließlich in Konfliktfällen von der:dem Senatsbeauftragten für Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen.

Der Hintergrund des Bildes ist weiß. Auf dem Bild steht Nutze dein Recht und eine Faust kommt von unten in das Bild hineingestreckt. Statt dem „E“ in „Recht“ als Buchstabe wird es mit einem „E“ aus dem Deutschen Fingeralphabet ersetzt (Bild einer Hand statt dem Buchstaben selbst). Das "E" aus dem Deutschen Fingeralphabetsieht folgendermaßen aus: Die Handfläche der rechten Hand (für Rechtshänder_innen) zeigt nach vorne. Der Daumen ist zur Handfläche hin waagerecht abgeknickt. Die restlichen vier Finger sind nach vorne zur Handfläche geknickt und liegen auf dem Daumen auf.
Grafik: Jan Tschatschula

Rechtliche Grundlagen

Schon aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland leitet sich der Anspruch eines chancengleichen Studiums für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung ab.

„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. [...] Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Artikel 3 GG)

„Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“ (Artikel 20 GG)

Deutschland hat sich im Jahr 2009 zur Umsetzung der Inhalte der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet. In Artikel 24 dieser Konvention wird der Anspruch auf inklusive Bildung und das Recht auf lebenslanges Lernen für alle Menschen, also auch für Menschen mit Beeinträchtigung, genannt. Dies gilt auch für die Hochschulbildung. 

Das Hochschulrahmengesetz bildet die Grundlage des Hochschulrechts in Deutschland. Laut Paragraph 2 Absatz 4 haben Hochschulen dafür Sorge zu tragen, dass Studierende mit Behinderungen nicht benachteiligt werden. In Paragraph 16 Satz 4 ist auch geregelt, dass die Prüfungsordnungen die Belange von Studierenden mit Behinderungen berücksichtigen müssen.

Das Sächsische Hochschulfreiheitsgesetz regelt die Rechte und Pflichten der Hochschulen auf Landesebene. Gemäß Paragraph 5 Absatz 2 Nummer 12 haben die Hochschulen dafür Sorge zu tragen, dass Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen nicht benachteiligt werden und ihr Studium möglichst ohne fremde Hilfe durchführen können. Auch in den Prüfungsordnungen müssen nach diesem Paragraphen die Belange von Studierenden mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen berücksichtigt werden.

Nach dem Studium

Programm t.e.a.m. ability
Das Programm bietet eine aktive Begleitung für ein erfolgreiches Studium und den anstehenden Übergang in den Beruf. Nutzen Sie Workshops, die sich an Ihrem Bedarf orientieren, bauen Sie wichtige Netzwerke auf und gestalten Sie gemeinsam mit anderen Studentinnen und Mentor:innen Ihren weiteren (Studien-)Weg. Ziel von t.e.a.m. ability ist es, die Teilnehmerinnen aktiv auf ihrem universitären Weg zu begleiten und die Übergangsphase in das Berufsleben, vom Wissenschafts- bis zum Wirtschaftsbetrieb, erfolgreich zu gestalten.

Career Service
Der Career Service ist zentrale Anlaufstelle, wenn es um die Themen Berufseinstieg und Berufsorientierung an unserer Universität geht. Das Angebot des Career Service beinhaltet verschiedene Veranstaltungen (Workshops, Exkursionen, Vorträge), individuelle Beratungsmöglichkeiten sowie Zugang zu einem Jobportal.

FAQ – unsere Antworten auf häufig gestellte Fragen

Unsere Universität erfasst elektronisch keine Daten zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Studierenden. Daher ist nicht bekannt, wie viele Studierende an unserer Universität gesundheitlich beeinträchtigt sind. Ob Sie über die Härtefallquote Ihr Studium aufgenommen haben oder ob Sie Nachteilsausgleiche im Studium oder in Prüfungen in Anspruch nehmen, wird im System nicht vermerkt. Weder auf Ihrem Abschlusszeugnis noch auf Ihrem Transcript of records finden die in Anspruch genommenen Nachteilsausgleiche Erwähnung.

Beratungen sind streng vertraulich. Es besteht Schweigepflicht. Diese kann nur mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung durch eine Schweigepflichtentbindung gegenüber bestimmten Institutionen aufgehoben werden.

Bei vielen Studiengängen gibt es feste Vorgaben in Bezug auf den Studienverlauf. Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen benötigen mehr Spielraum für eine individuelle Gestaltung ihres Studiums.

Ein Sonderstudienplan sollte mit dem zuständigen Prüfungsamt abgesprochen und schriftlich festgehalten werden. Wichtig ist, zu prüfen, dass sich Lehrinhalte sinnvoll ergänzen und in der geplanten Reihenfolge auch wirklich belegt werden können. Sollte es aufgrund der Behinderung oder chronischen Erkrankung zu erneuten Verzögerungen im Studium kommen, sollte dies schnellstmöglich besprochen werden. Der Sonderstudienplan kann dann angepasst werden. Ein weiterer Vorteil des Sonderstudienplans im Vergleich zum regulären Teilzeitstudium ist die Möglichkeit der weiterhin bestehenden BAföG-Förderung.

Es ist möglich, bestimmte Studiengänge aufgrund von Behinderung und chronischen Erkrankungen in Teilzeit zu absolvieren. Die Voraussetzungen für ein Teilzeitstudium sind in der „Fakultätsübergreifenden Ordnung zur Regelung des Teilzeitstudiums an der Universität Leipzig“ geregelt. Bitte beachten Sie außerdem die Regelungen der Studienordnung Ihres Studiengangs. Darin muss die Option des Teilzeitstudiums explizit aufgeführt sein. Die Regelstudienzeit wird dadurch verlängert. Ein Wechsel von einer Form in die andere ist möglich, sollte aber mit dem Studentensekretariat abgesprochen werden. Ein Teilzeitstudium bietet sich zum Beispiel nach einer längeren Krankheitsphase an, um wieder in den Studienalltag zu finden. Der Vorteil gegenüber einem individuellen Sonderstudienplan ist die meist unkompliziertere Organisation des Studiums. Allerdings kann auf die individuelle Arbeitsfähigkeit der Person nicht so konkret eingegangen werden wie im Rahmen des Sonderstudienplans.

Aus wichtigen Gründen kann ein Studium auf Antrag offiziell unterbrochen werden. In Ihrem Antrag muss ein Beurlaubungsgrund genannt und gegebenenfalls nachgewiesen werden. Urlaubssemester werden nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet. Diese Semester gelten somit als Hochschulsemester, nicht als Fachsemester. Während des Urlaubssemesters soll die Universität den Studierenden ermöglichen, Studien- und Prüfungsleistungen zu erbringen. Die Universität ist dazu jedoch nicht verpflichtet. Sprechen Sie daher im Voraus mit Ihrem Prüfungsamt mögliche Leistungen ab.

ACHTUNG: Sollten Sie während des Urlaubssemesters ALG II beziehen, dürfen Sie keine Leistungen erbringen und müssen Ihre Studienaktivitäten komplett einstellen.

Bitte beachten Sie auch, dass Sie während des Urlaubssemesters keinen Anspruch auf BAföG haben.

Sie benötigen für Prüfungen, die nicht von der Universität Leipzig organisiert werden, einen Nachteilsausgleich? Diesen müssen Sie bei der staatlichen Prüfungsbehörde beantragen. Hierzu zählen Prüfungen auf Landesebene der folgenden Studiengänge:

Lehramt | Rechtswissenschaft | Medizin | Zahnmedizin | Veterinärmedizin | Pharmazie

Diese Anträge müssen rechtzeitig bei der zuständigen, nichtuniversitären Prüfungsbehörde gestellt werden. Ihre Bearbeitung dauert meist länger als an der Universität. Eventuell benötigen Sie auch noch Zeit, um in Widerspruch gehen zu können.

Assistenzhunde sind speziell ausgebildete Hunde, die Menschen mit einer Behinderung, chronischen oder psychischen Erkrankung im Alltag unterstützen. Ihre Ausbildung dauert circa zwei Jahre. Danach können diese Hunde ihre:n Besitzer:in rund um die Uhr begleiten. Assistenzhunde gelten gesetzlich als Hilfsmittel und dürfen deshalb grundsätzlich in allen öffentlichen Gebäuden mitgeführt werden. Seit dem 1. Juli 2021 ist dies rechtlich im Behindertengleichstellungsgesetz § 12e Menschen mit Behinderungen in Begleitung durch Assistenzhunde verankert und näher geregelt. Der Zutritt mit Assistenzhund kann nur verwehrt werden, wenn dies eine unverhältnismäßige oder unbillige Belastung darstellen würde.

Eine umfangreiche Sammlung von Fragen zu den Regelungen im BGG zu Assistenzhunden finden sich auf den Seiten des Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

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