Unser Studienbotschafter Benjamin fand Kommunikation zwar schon immer spannend, wusste aber lange nicht, dass man es auch studieren kann. Darin hat er seine Leidenschaft gefunden, die er während des Studiums mit einem anderen Interesse verbinden konnte. Jetzt studiert er einen Doppelbachelor: Kommunikations- und Medienwissenschaft und Politikwissenschaft. Das hat seinen Blick auf Gesellschaft verändert.

Kommunikation ist meine Leidenschaft. Und Politik ein starkes Interesse. Die Schnittstelle zu (unter-)suchen, ist für mich super spannend.

Studienbotschafter Benjamin, Kommunikations- und Politikwissenschaft
Studienbotschafter Benjamin im Gespräch auf dem Campus, Foto: Christian Hüller
Studienbotschafter Benjamin, Foto: Christian Hüller

Mein Steckbrief

Mein Weg zum Studium

Dass ich überhaupt studiere, habe ich lange als eher unwahrscheinlich betrachtet. Da ich aus einer nicht-akademischen Familie komme, hätten meine Eltern mich, glaube ich, gerne in einer Ausbildung gesehen. Da ich jedoch zu Schulzeiten festgestellt habe, dass ich besonderes Interesse und Talent im Be-, Um- und Zerdenken gesellschaftlicher Fragen habe, bin ich letztendlich doch in einem sozialwissenschaftlichen Studium gelandet.

Meine Entscheidung für Kommunikations- und Medienwissenschaft und Politikwissenschaft

Als ein Studium für mich eine reale Option wurde, konnte ich mir zunächst vorstellen, Jura zu studieren. Nach einem Einblick im Rahmen des ‚Tages der offenen Tür‘ habe ich jedoch festgestellt, dass mich das meinem eigentlichen Interesse, nämlich Gesellschaft zu verstehen und weiterzudenken, nicht näher bringt. Zufällig habe ich an genau diesem Hochschultag eine Studentin der Kommunikations- und Medienwissenschaft kennengelernt, die mich zum ersten Mal mit diesem Studiengang bekannt gemacht hat. Sich Gesellschaft über Kommunikation zu nähern und Kommunikation als Leidenschaft zu begreifen, das hat mich überzeugt. Im Studium habe ich dann entdeckt, dass ich mich vor allem für politische Kommunikation interessiere. Daher habe ich angefangen, zusätzlich zur Kommunikationswissenschaft noch Politikwissenschaft zu studieren.

Meine Entscheidung für Leipzig

Dass ich nach der Schule nach Leipzig ziehen wollte, war für mich sehr schnell klar. Zwei meiner älteren Cousins haben hier bereits studiert und ich habe sie in den Ferien oft besucht. Da ich so Leipzig bereits von seiner studentischen und coolen Seite kennenlernen konnte, war für mich klar: Da will ich hin! Leipzig war für mich also schon immer auch ein bisschen „Hypezig“.

Kommunikations-, Medien- und Politikwissenschaft – das ist für mich

… ein bunter Strauß an Dingen, die ich spannend finde. Es heißt, Entwicklungen zu beobachten, zu erforschen, zu verstehen, zu diskutieren, kritisch zu hinterfragen, einzuordnen. Und: In der Kommunikation kann man dazu auch selbst gestalten.

Am spannendsten fand ich bisher

Seminare zum Thema Medienpädagogik. Auch wenn ich später eher nicht in diesem Bereich arbeiten möchte, hat es mir großen Spaß gemacht, mich mit der Frage zu beschäftigen, wie sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene oder ältere Menschen sich Medienangebote aneignen und dabei unterstützt werden können. Besonders spannend war dies für mich, weil ich mein gewonnenes Wissen in einem Nebenjob in einer Grundschule in medienpädagogischer Arbeit praktisch umsetzen konnte.

So hat sich mein Bild von Kommunikations-, Medien- und Politikwissenschaft geändert

Zu Beginn meines Studiums hatte ich keine sehr klare Vorstellung von meinem Studierfeld. Es war für mich eher „irgendwas mit Medien“. Dieses Bild hat sich auf jeden Fall geschärft. Ich habe gelernt, dass es viel um Logiken und Herangehensweisen geht, die ich jetzt besser verstehe. Dazu gehört zum Beispiel das Denken in Botschaften, die Erwartung, wie diese aufgefasst werden, aber auch eine Sensibilität für die Art und Weise der Medienberichterstattung.

Voraussetzungen, die ich erfüllt habe

Für meine beiden Studiengänge musste ich jeweils eine relativ hohe NC-Hürde nehmen. Bei mir lag die in KMW bei 1,7 und in der Politikwissenschaft bei 1,4. Das variiert aber jedes Jahr ein bisschen. Ansonsten ist der Bewerbungsprozess sehr einfach. Es gibt keine weiteren formellen Voraussetzungen. Auf jeden Fall ist es wichtig, dass man Interesse an Gesellschafts- und Sozialwissenschaft hat und bereit ist, sehr theorielastig zu studieren.

So wohne ich

Ich wohne mit drei Freund:innen in einer WG in Lindenau, dem für mich schönsten Stadtteil Leipzigs. Während des Studiums in einer WG zu leben, hat für mich viele Vorteile: Man hat nette Mitmenschen in seiner unmittelbaren Nähe, lernt deren Freund:innen kennen, hat unvergessliche WG-Abende und teilt sich viele Kosten. Ich kann es absolut weiterempfehlen.

So finanziere ich mich

In meinem ersten Studienjahr habe ich von BAföG gelebt und nebenbei verschiedene Nebenjobs ausgeübt. Mittlerweile habe ich das Glück, von einem Begabtenförderungswerk gefördert zu werden. Eine Bewerbung für ein solches Stipendium kann sich auf jeden Fall lohnen. Es sind dafür nicht nur perfekte Noten gefragt.

So hat sich mein Alltag durch das Studium verändert

Im Studium ist mein Alltag im Gegensatz zur Schule sehr viel weniger durchstrukturiert. Für viele Dinge kann ich mir die Zeit einteilen und so meine Woche mit Studium, Arbeit und Privatem relativ flexibel füllen, was ich persönlich sehr genieße.

So viel Zeit verbringe ich mit dem Studium

Das ist tatsächlich ganz unterschiedlich. Manchmal arbeite ich an allen sieben Tagen der Woche, manchmal aber auch nur an vier. Ich schätze diese Flexibilität sehr, da ich mir neben dem Studium meine Arbeit, meine Hobbys und private Verabredungen selbst einteilen kann.

Sozialwissenschaftliche Studiengänge sind nicht so zeitintensiv wie Jura oder Medizin. Man hat durchaus Kapazitäten, sich neben dem Studium zu engagieren, zu arbeiten und Hobbys nachzugehen. Viele Studierende suchen sich auch eine Aufgabe, mit der sie ihr theoretisches Wissen aus dem Studium in die Praxis umsetzen zu können, beispielsweise beim Uniradio Mephisto 97.6.

So habe ich Leute kennengelernt

Da ich während Corona angefangen habe zu studieren, war es echt schwierig, Kommiliton:innen kennenzulernen. Dennoch hatte ich Glück und kannte durch digitale Gruppenarbeiten einige Menschen, mit denen ich mich schnell angefreundet habe. Im Nachhinein kannte ich zwar sehr wenige meiner Kommiliton:innen, war und bin mit diesen dafür aber sehr eng befreundet. Auch mit meiner WG hatte ich großes Glück, was in der Corona-Zeit ein wichtiger Rückhalt war. Freund:innen meiner Mitbewohner:innen wurden so auch zu meinen Freund:innen. Nachdem Corona etwas entspannter wurde, habe ich nochmal viele andere Leute kennengelernt.

So lerne ich

Das unterscheidet sich für jedes Modul ein wenig. Ich muss sehr selten auswendig lernen, beschäftige mich eher in einer Hausarbeit intensiv mit einem Thema. Ansonsten versuche ich mir mit Zusammenfassungen und grafischen Darstellungen den Lernprozess zu vereinfachen, was für mich ganz gut funktioniert.

Das ist eine Herausforderung für mich

Oft möchte ich neben dem Studium noch ganz viele andere Dinge machen und mich mit vielen Menschen verabreden. Manchmal müsste ich hier ein wenig mehr auf wirklich freie Zeiten achten.

Damit habe ich nicht gerechnet

… dass die Sitzbänke im Hörsaal so unbequem sind. Im Ernst: Ich habe unterschätzt, wie viel eigenen Organisationsaufwand die Uni mit sich bringt. Hier kommt mir zugute, dass ich schon immer gerne geplant und eine strukturierte Arbeitsweise habe. Dennoch geht auch bei mir mal etwas unter. Sehr positiv überrascht wurde ich davon, wie viele coole Leute man an der Uni trifft, mit denen man gut vibed, da man sich irgendwie auch für einen ähnlichen Lebensweg entschieden hat und jetzt im selben Boot Richtung Zukunft sitzt.

Das habe ich (über mich) gelernt

Vor allem habe ich über mich gelernt, wofür ich mich wirklich interessiere. Meine Studienwahl war für mich ein echter Glücksgriff, weil ich darin eine Leidenschaft gefunden habe, die mir so vorher nicht bewusst war. Außerdem habe ich gelernt, dass ich nicht für einen chaotischen Tagesablauf gemacht bin, sondern mir selbst einen strukturierten Tag organisieren muss – und das nicht nur aufs Studium bezogen, sondern auch für alltägliche Dinge wie Essenszeiten oder Einkaufen.

So hat mich das Studium verändert

Ich habe an der Leipziger Uni und in meinem Auslandssemester in Lissabon ganz unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Hintergründen kennengelernt. Ich glaube, dass Menschen, denen man begegnet, das eigene Leben mit neuen Perspektiven bereichern und einen so auch immer ein wenig verändern. Das hat meinen Horizont auf jeden Fall geweitet. Außerdem habe ich gelernt, Dinge besser zu reflektieren, zu hinterfragen und einzuordnen. 

Das hätte ich gerne vorher gewusst

Als ich an die Uni kam, wusste ich fast nichts über universitäre Strukturen oder das Studieren an sich. So geht es vielen jungen Menschen, aber besonders denen mit nicht-akademischen Eltern, für die die Uniwelt absolutes Neuland darstellt. Von Unistrukturen und Co. hätte ich gerne in der Oberstufe mal was gehört, ebenso über die Finanzierung eines Studiums oder wie so ein Wohnungsmarkt funktioniert.

Diese beruflichen Perspektiven habe ich

Meine Studienkombination führt nicht geradlinig zu einem Beruf hin, sondern lässt ganz viele Möglichkeiten offen. Neben einer akademischen Karriere könnte man journalistisch tätig sein oder in die Bildungsarbeit gehen. Auch für die Arbeit im politischen Kontext (z. B. in Abgeordnetenbüros), in Buchverlagen oder in einer PR/Marketing-Agentur ist man gut vorbereitet. Das ist das Schöne und Anstrengende an sozialwissenschaftlichen Studiengängen zugleich: Man ist nicht auf ein klares Berufsfeld festgelegt, es fehlt aber auch die damit einhergehende Sicherheit.

Diese beruflichen Erfahrungen habe ich bislang

Ich habe schon einige Praktika in der Öffentlichkeitsarbeit gemacht, zuletzt im Social-Media-Team einer Bundesbehörde. Neben dem Studium habe ich zudem bei einem Projekt zur Bundestagswahl 2021 gearbeitet, bei dem wir ein Informationsportal zu den Parteien und Kandidierenden für Erstwähler:innen entwickelt haben. Außerdem habe ich in einer Grundschule als Medienpädagoge gearbeitet – mein bisheriger Lieblingsjob.

Das habe ich vor

Was ich am Ende wirklich beruflich mache, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sicher sagen. Gern würde ich politische Arbeit kommunizieren, beispielsweise in einem Ministerium oder Rathaus. Aber auch pädagogische Arbeit, zum Beispiel zu Medien oder Politik, würde mich reizen.

Das würde ich heute anders machen, um das für mich passende Studienfach zu finden

Ich bezeichne meine Studienwahl ja gern als Glückstreffer, würde im Nachhinein aber gerne weniger das Glück entscheiden lassen. Angebote der Studienorientierung würde ich intensiver nutzen und dabei vor allem auf das direkte Gespräch mit Studierenden setzen – zum Beispiel mit uns, den Studienbotschafter:innen. Auch darüber hinaus gibt es ganz viele, auch fachspezifische Beratungsangebote, nach denen man manchmal suchen muss, die aber darauf warten, genutzt zu werden.

Das hilft mir mit Herausforderungen des Studiums umzugehen

Es gibt Momente, in denen ich ganz viele Sachen gleichzeitig tun müsste. Eine Liste mit Prioritäten hilft mir dabei, das alles im Blick zu haben. Außerdem ist sowohl im Studium als auch außerhalb wichtig, nicht alle Aufgaben anzunehmen, sondern auch mal „nein“ zu sagen.

Meine Tipps für euch

Seid bereit, Dinge auch mal unperfekt zu machen und den konkret richtigen Weg erst im Studium zu finden. Nutzt auch die schöne Zeit und die Chancen, die sich neben dem Studium bieten. Und aus persönlicher Erfahrung: Nutzt die großartige Möglichkeit, die euch mit Erasmus geboten wird!

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