Unsere Studienbotschafterin Angela wusste schon immer, dass sie später als Lehrerin arbeiten will. Die Tatsache, dass sie im Grunde in einem einzelnen Studium mehrere Studiengänge vereinen kann, hat sie gereizt.

Mit meinem Lehramtsstudium habe ich die Möglichkeit tief in zwei Wissenschaften einzudringen und zugleich mein Wissen in die Arbeit mit Kindern einzubringen.

Studienbotschafterin Angela, Deutsch und Ethik/Philosophie Lehramt
Studienbotschafterin Angela lächelt auf dem Campus, die Sonne scheint, Foto: Christian Hüller
Studienbotschafterin Angela, Foto: Christian Hüller

Mein Steckbrief

Mein Weg zum Studium

Da ich bereits während der Schulzeit wusste, was ich studieren möchte, habe ich mich direkt nach dem Abitur ans Recherchieren von Universitäten gemacht und gleich mehrere Bewerbungen an Universitäten rausgeschickt. Glücklicherweise wurde ich hier in Leipzig angenommen.

Meine Entscheidung für Deutsch und Ethik/Philosophie Lehramt

Dass ich Lehramt studieren möchte, war mir sehr früh klar, weil ich etwas mit Menschen machen wollte, genau genommen mit Kindern und Jugendlichen. Welche Fächer mich mehr interessieren würden als andere, wusste ich auch schnell. Naturwissenschaften waren nichts für mich. Ich bin die geborene Geisteswissenschaftlerin. Mit ‚Ethik‘ als Zweitfach habe ich die Möglichkeit, mit Menschen zu diskutieren und zu kommunizieren. Ich mag den Austausch über Werke, aber auch historische sowie aktuelle philosophische Themen einfach sehr. Mein Kernfach ‚Deutsch‘ gibt mir einen festen Halt. Denn durch die Sprachwissenschaft gibt es etwas, was falsch und richtig sein kann. Außerdem ist das Fach sehr vielfältig. Das merke ich, wenn ich in Literaturseminaren sitze und wir dort Texte interpretieren.

Meine Entscheidung für Leipzig

Als Dorfkind aus dem Vogtland wollte ich fürs Studium unbedingt in eine große Stadt ziehen. In Leipzig haben bereits mehrere meiner Freunde studiert, außerdem lebt auch mein Bruder Tuan hier, der übrigens auch Studienbotschafter ist. Daher kannte ich Leipzig ganz gut und wusste, wie schön die Uni aber auch die Stadt ist. Auch wenn ich immer wieder gerne in mein heimatliches Vogtland zurückkomme, hier in Leipzig ist es einfach aufregend; ob ich mit dem Fahrrad zu Parks oder Seen unterwegs bin oder nachts in Bars, Restaurants oder Clubs mit Freunden gehe.

Deutsch und Ethik/Philosophie Lehramt – das ist für mich

An Deutsch liebe ich den Kontrast zwischen Sprach- und Literaturwissenschaft. Es ist spannend zu sehen, wie komplex und kompliziert, aber auch vielfältig die deutsche Sprache ist. In der Literaturwissenschaft mag ich den Austausch über verschiedene Werke sehr und freue mich immer wieder, wenn wir gemeinsam darüber nachdenken, was sich ein Autor oder eine Autorin bei einem Text, einer konkreten Versprachlichung gedacht hat.

An Ethik liebe ich die Erfolgserlebnisse, wenn ich nach langem Nachdenken einen wirklich schwer zu durchdringenden philosophischen Text langsam zu verstehen beginne, zumindest meine, ihn zu verstehen. Außerdem will ich Schüler:innen gerne zeigen, dass Ethik kein ‚langweiliges Laberfach‘ ist. Vielmehr lernen Kinder da kritisch denken, reflektieren. Sie lernen, einen Zeitschriftenartikel nicht einfach nur zu konsumieren, sondern ihn zu hinterfragen. Das heißt: Sie nehmen nicht mehr nur alles als gegeben hin, sondern setzen sich kritisch ins Verhältnis. Außerdem werden in Ethik so coole Themen behandelt wie zum Beispiel Gerechtigkeit und Moral.

Am spannendsten fand ich bisher

In Deutsch war ich beeindruckt von dem Modul ‚System der deutschen Sprache‘. Ich finde es faszinierend, wie wandelbar Sprache ist. Auch das Modul ‚Kinder- und Jugendliteratur‘ hat mir sehr gut gefallen. Es war total interessant zu sehen, wie Kinderbücher verfilmt werden und wie komplex die Interpretation eines Kinderbuchs sein kann.

In Ethik fand ich die Vorlesung zur ‚Praktischen Philosophie‘ am spannendsten, da genau die Themen besprochen wurden, die ich auch als Lehrerin unterrichten werde. Vom Begriff der Gerechtigkeit aus ging es um die Ethik der Moral. Im Studium lernt man nämlich durchaus auch vieles, was man als Lehrkraft später nicht unterrichtet. Daher fand ich es megacool, dass genau die Bereiche Bestandteil der Vorlesung waren, die für mich auch später relevant sind.

So hat sich mein Bild von Deutsch und Ethik/Philosophie Lehramt geändert

Ganz am Anfang meines Studiums dachte ich, Deutsch wird nicht mehr sein, als sich hier und da mal mit Grammatik zu beschäftigen und Gedichte zu analysieren. Doch das Studium hat mir gezeigt, wie viel zum System der deutschen Sprache gehört und wie viel ich nicht wusste, obwohl die Sprache meine Muttersprache ist.

In Ethik war ich anfangs sehr eingeschüchtert von den philosophischen Texten, bei denen ich beim ersten Lesen nichts und nach dem zweiten Lesen immer noch nichts verstand. Umso schöner sind jedoch jetzt die Erfolge, wenn ich mich mit den Texten lange auseinandergesetzt habe und sie sich mir nach und nach erschließen.

Voraussetzungen, die ich erfüllt habe

Für beide Fächer gibt es einen NC. Ethik hatte in dem Semester, als ich mich beworben hatte, einen NC von 1,8; Deutsch einen NC von 2,4. Wichtig zu bedenken ist, dass man bei der Bewerbung für das Lehramtsstudium neben dem Abiturzeugnis ein phoniatrisches Gutachten vorlegen muss. Das kann man ganz einfach bei einem HNO-Arzt machen lassen. Man sollte sich nur rechtzeitig darum kümmern, da es sein kann, dass man länger auf einen Termin wartet.

Sowohl für Deutsch als auch für Philosophie ist wöchentlich ein großes Pensum an Texten als Vorbereitung auf die Vorlesungen und Seminare zu bewältigen. Das heißt, man sollte gerne und ausdauernd lesen. Ebenso sollte man für beide Studienfächer Freude am Schreiben mitbringen. Während in Ethik kurze Essays geschrieben werden, sind in Deutsch zehn- bis fünfzehnseitige Hausarbeiten fester Bestandteil. Davor braucht man allerdings keine Angst haben. Denn es wird einem natürlich in den Seminaren vermittelt, wie man an eine Hausarbeit rangeht und auf was zu achten ist. Das Academic Lab bietet außerdem Workshops an, um die eigenen Fähigkeiten im Schreiben und wissenschaftlichen Arbeiten zu erweitern.

Für Deutsch sollte man selbstverständlich Interesse für das System der Sprache, dessen Entwicklung und Geschichte mitbringen. Denn es geht nicht nur um Literatur, sondern auch darum, wie die Sprache aufgebaut ist.

So wohne ich

Ich wohne seit Studienanfang mit einer Schulfreundin aus dem Vogtland in einer Zweiraumwohnung direkt in der Nähe des Leipziger Zoos, nördlich des Zentrums. Ich liebe es, dass ich mit dem Fahrrad nicht mal zehn Minuten zur Uni brauche. Außerdem ist es einfach günstig, nah am Zentrum zu wohnen, um viel vom Stadt- und Nachtleben mitzubekommen. Obwohl ich so nah wohne, kann ich übrigens sehr schnell ins Grüne. Nicht weit von uns befindet sich nämlich das Rosenthal, in dem man bei viel Glück sogar Giraffen oder andere Tiere am sogenannten Zooschaufenster sehen kann.

So finanziere ich mich

Eigentlich weiß ich erst seit Studienbeginn, wie viel Verantwortung es bedeutet, sich selbst um die Finanzen zu kümmern. Für Miete und die sonstigen Lebenshaltungskosten brauche ich Geld, das ich als Schülerin noch nicht brauchte. Das bedeutet: Nebenjobs. Am Wochenende arbeite ich in der Gaststätte meiner Eltern. Während der Woche bin ich als Studienbotschafterin an der Uni tätig. Vorher habe ich aber auch schon als Nachhilfelehrerin gearbeitet.

So hat sich mein Alltag durch das Studium verändert

Durch das Studium hat sich mein Alltag extrem stark verändert. Schon allein, dass ich zu sehr unterschiedlichen Zeiten nach Hause komme. Zum einen, weil die Seminare immer wann anders, über den Tag verteilt stattfinden, zum anderen, weil man in der Stadt so viel machen kann. Oft treffe ich mich noch mit Freunden, um in den Park zu gehen oder spontan auf einen Kaffee. Abends gehe ich auch nicht mehr zu geregelten Zeiten ins Bett. Es kann schon mal passieren, dass ich eine Nachricht erhalte, dass an dem Abend irgendwo eine Party stattfindet und ich mich spontan auf den Weg mache.

Zu den Veränderungen gehören auch neue Herausforderungen. Ich bin inzwischen viel selbstständiger, weil ich selbst mit allem klar kommen muss. Dazu gehört, den Haushalt zu schmeißen, Essen zu kochen und sich mit Strompreisen und Nebenkostenabrechnungen auseinanderzusetzen. Da komme ich schon immer wieder mal an den Punkt, dass ich nicht weiß, was ich tun soll, finde aber letztlich immer eine Lösung.

So viel Zeit verbringe ich mit dem Studium

Während des Semesters besuche ich Veranstaltungen und bereite die vor und nach. Meist gibt es verpflichtende Lektüren zu den Kursen oder Vorlesungen. Die versuche ich zu lesen oder wenigstens zu überfliegen, um grob einen Plan zu haben. Der Fokus liegt bei mir jedoch definitiv auf der Nachbearbeitung von Inhalten. Kommt es allmählich zur Prüfungsphase, kann es auch mal sein, dass ich nach 23:00 Uhr abends einen Döner nach einer laaaangen Bib-Session hole und eine Lernpause einlege. Vor allem beim Schreiben von Hausarbeiten sitze ich häufig länger und muss mich echt anstrengen, die Motivation nicht zu verlieren.

So habe ich Leute kennengelernt

Ganz einfach durch lockere Gespräche in der Uni. Meine engsten Freunde habe ich in den ersten Veranstaltungen kennengelernt. Das Gefühl anfangs, überfordert zu sein, schweißt schnell zusammen. Aber auch durchs Mensen lerne ich immer wieder neue Leute kennen, die sich mit an den Tisch setzen. Bei Unisportveranstaltungen habe ich auch Leute kennengelernt.

So lerne ich

Eigentlich lerne ich fast immer in der Unibibliothek; entweder still an einem Arbeitsplatz oder ich buche mir mit Kommiliton:innen zusammen einen Gruppenraum. Wir stellen uns dann nicht nur gemeinsam Fragen (und teilen unser Leid), wir zwingen uns auch dran zu bleiben. Manchmal hilft es, Freunden etwas davon zu erzählen, woran man gerade arbeitet. Da bin ich nämlich oft selbst von mir überrascht, wie viel ich doch schon weiß. Zu Hause lerne ich eigentlich nur, wenn ich etwas stur auswendig lernen muss.

Das ist eine Herausforderung für mich

Ich finde es manchmal schwierig ‚alles unter einen Hut zu kriegen‘, vor allem in der Prüfungsphase. Das liegt meist daran, dass ich eine Woche zu spät anfange zu lernen. Ich finde es aber auch sehr herausfordernd, motiviert zu bleiben, wenn ich Hausarbeiten und Portfolios schreiben muss. Oftmals zieht sich das Schreiben, weil ich es nicht schaffe, mich einmal ordentlich hinzusetzen, sondern tausendmal aufstehe.

Damit habe ich nicht gerechnet

Auch wenn ich wusste, dass Studieren ‚selbstständig zu lernen‘ bedeutet, war ich doch überrascht, was das konkret heißt. In den Veranstaltungen ist es meist egal, ob ich da bin oder nicht, da es keine Anwesenheitspflicht gibt. In Vorlesungen und großen Seminaren fällt es auch nicht auf, wenn ich mal nicht da bin. Wenn man das als Einladung versteht, wegzubleiben, kann einem das schnell auf die Füße fallen.

Das habe ich (über mich) gelernt

Ich wusste bereits in der Schulzeit, dass ich ein ziemlich sozialer und offener Mensch bin. Das hat sich schnell bestätigt. Ich brauche einfach Menschen, mit denen ich Zeit verbringen kann. Vor allem beim Lernen bin ich motivierter, wenn ich mich mit Freunden dafür treffe.

So hat mich das Studium verändert

Das Studium hat mich in dem Sinne verändert, dass ich viel selbstständiger und verantwortungsbewusster geworden bin. Ich weiß viele Dinge im Leben mehr zu schätzen als vorher.

Das hätte ich gerne vorher gewusst

Anfangs dachte ich ganz naiv, dass ich einfach nur meine zwei Fächer studiere, wenn ich mich für Lehramt in den Fächern Deutsch und Ethik bewerbe. Als das Studium begann und ich mir meinen Stundenplan zusammenbasteln musste, war ich erstmal geschockt, dass viel mehr dazu gehört. Ich muss beispielsweise verschiedene Module in der Bildungswissenschaften belegen und ebenso 20 Leistungspunkte in Ergänzungsstudien erbringen. 

Diese beruflichen Perspektiven habe ich

Nach meinem Studium kann ich als Ethik- und Deutschlehrerin am Gymnasium arbeiten.

Diese beruflichen Erfahrungen habe ich bislang

Innerhalb meines Studiums habe ich ein 4-wöchiges Blockpraktikum gemacht. Durch das habe ich gemerkt, dass der Lehrerberuf äußerst vielfältig und auch sehr anspruchsvoll sein kann. Oftmals denkt man ja nur an das Unterrichten. Dass jedoch Vorbereitung, Planung, Organisation und auch ganz viel Papierkram dazu gehört, war mir so nicht klar.

Das habe ich vor

Nach meinem Studium möchte ich wieder ins Vogtland zurück und an einem Gymnasium in der Nähe meiner Heimat arbeiten. Auch wenn ich das Großstadtleben genieße, bin und bleibe ich ‚ein Landei‘. Ich kann mir nicht vorstellen, für immer in Leipzig zu bleiben, da es mir in der Großstadt doch manchmal etwas zu hektisch wird.

Das würde ich heute anders machen, um das für mich passende Studienfach zu finden

Ich würde mehr Angebote der Uni annehmen, wie etwa den ‚Tag der offenen Tür‘. Allgemein wäre es für mich nützlich gewesen, wenn ich beispielsweise schon in meine Studienfächer reingeschnuppert hätte oder mich einfach besser informiert hätte, wo sich was befindet. Anfangs war ich nämlich sehr überfordert mit allem und hatte teilweise Schwierigkeiten Seminarräume oder Hörsäle zu finden.

Das hilft mir mit Herausforderungen des Studiums umzugehen

Mir hilft es zu reden. Danach fühle ich mich einfach besser. Neben Freunden und anderen Kommiliton:innen, die ebenfalls mit einer Prüfungsleistung hadern, gibt es auch die Möglichkeit mit Dozierenden zu sprechen und zu fragen, wie man sich beispielsweise besser vorbereiten kann. Zusätzlich bietet die Uni viele Beratungsangebote an, um über Probleme und Herausforderungen zu sprechen. Man ist niemals allein.

Meine Tipps für euch

Ein Tipp von mir ist, dass man sich nicht zu sehr unter Druck setzen sollte. Man studiert eben (in aller Regel) nur einmal im Leben. Dazu gehört natürlich, dass man sich weiterentwickelt, sich Fachwissen aneignet und wissenschaftlich arbeitet. Es gehört jedoch auch dazu, dass man nachts unterwegs ist, das Leben genießt und neue Leute kennenlernt. Ich finde es wichtig, dass man ein gesundes Mittelmaß zwischen beidem findet.

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